Zwischenruf: See You!

Auch dem unbeliebten Nachbarn wünschen wir bedenkenlos einen „Guten Tag“ und selbst ein strammer Atheist wird, zumindest in Bayern, wahrscheinlich nichts gegen ein „Grüß Gott“ einzuwenden haben. Diese Floskeln stehen einfach für sich selbst, auch wenn einem der Tag des Gegrüßten am Allerwertesten vorbeigeht oder man mit dem allmächtigen Schöpfer reichlich wenig am Hut hat.

Auf englisch ist das für uns ganz anders: obwohl die Frage „How’re you today?“ nichts anderes als die Floskel „wie geht’s?“ bedeutet, fühlen wir uns dabei immer noch irgendwie unwohl. Unsere Antwort ist meistens ein ziemlich verdruckstes „fine, thank you“. Wir wissen zwar schon seit der 5. Klasse (und hören es hier jeden Tag vielfach), dass das ein Germanismus ist, die richtige Antwort ist „fine, how’re you?“, aber irgendwie will uns das nur schwer über die Lippen gehen.

Besonders schlimm finde ich die allgegenwärtige Abschiedsformel „see you later“ oder kurz „see you“. Ich kann nicht anders, als in diesem Moment zu denken, dass ich die mir gegenüberstehende Person mit verdammt hoher Wahrscheinlichkeit nie mehr sehen werden, weder später noch irgendwann. Das geht nicht nur uns so, auch von anderen Reisenden Deutschen (von denen es insbesondere in Australien genug gab) haben wir das schon gehört. Von denen verabschiedeten wir uns übrigens mit „auf Wiedersehen“.

Ein Gedanke zu „Zwischenruf: See You!

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