Ziemlich beste Freunde – nicht!

Eine Bemerkung vorab: eigentlich waren für den heutigen Beitrag die Bilder aus Bangkok vorgesehen. Eigentlich. Leider sind die chinesischen Zensoren mit ihrer „Großen Brandmauer“ der Meinung, flickr könnte die konterrevolutionäre Subversion fördern. Daher hier der vorgezogene Text-Beitrag zu unserer ersten China-Etappe Kunming.

Viele Yodo-Beiträge beginnen mit den Worten „Flug, Einreise und Transfer waren unspektakulär“. Das gilt für diesen hier nur bedingt.

Der Flug war soweit zwar passabel, allerdings gab es einen (planmäßigen) „technical stopover“ in Chiangmei. Dazu mussten alle den Flieger mitsamt Handgepäck verlassen, eine ausführliche Sicherheitskontrolle über sich ergehen lassen, in der Wartehalle platznehmen, um kurz danach vor dem Wiedereinsteigen dann nochmal eine Sicherheitskontrolle zu passieren. Damit war unser Aufenthalt zu kurz, um die Vorteile unserer schwarzen Karte in Anspruch nehmen und unsere Liste eine weitere Lounge hinzufügen zu können. Apropos: die Lounge, in der wir in Bangkok auf unseren Abflug warteten, war diesmal wirklich erstklassig.

Außerdem waren beide Landungen nicht wirklich angenehm: irgendwie fühlten sie sich für mich zu schnell an (das könnte auch was mit der Elevation von über 6.000 Fuß zu tun haben) und bei der Ankunft in Kunming befürchtete ich, daß der Flieger beim Einbiegen in den Highspeed Turnoff umschnappt.

Die Einreise nach China war schnell und ohne Komplikationen über die Bühne gebracht.  Auch die Karten für den Transfer sahen garnicht so schlecht aus: seit einiger Zeit ist der Flughafen an das Metro-Netz angebunden, so daß man schnell und kostengünstig in die Innenstadt der Kleinstadt (für chinesische Verhältnisse: kaum 3 Millionen Einwohner) gelangt. Das allgegenwärtige Durchleuchten des Gepäcks nehmen wir mittlerweile gar nicht mehr wahr, ich schätze, daß wir das nach noch nicht mal 2 Wochen Reisen bestimmt schon über 100 Mal mitgemacht haben.

Doch diesmal war es anders. Die Kontrolleure waren mit irgendetwas in Birgits Rucksack sehr unzufrieden. Leider konnten sie uns nicht mitteilen, um was es sich dabei handelte. Daher war Auspacken angesagt. Schließlich stellte sich heraus, daß es eben jenes Messer war, daß wir erst Anfang des Jahres in Paris gekauft haben. Schon sein Vorgänger fiel einer Handgepäckkontrolle zum Opfer. Das war völlig in Ordnung und unsere eigene Schuld, aber für eine U-Bahn-Fahrt!? Bei der folgenden Diskussion (Birgit: „come on, we’re only german tourists“) bestätigte sich die asiatische Mentalität: sanft zur Person, hart in der Sache (soweit sich das über den Google-Übersetzer vermitteln ließ). Immerhin blieben wir zweiter Sieger und bekamen die 12 Yuan für das Ticket zurückerstattet.

Also war statt schneller U-Bahn bis direkt vor’s Hotel langsamer Bus (noch dazu 4x so teuer) und 3 Kilometer Fußmarsch mit vollem Traveller-Ornat  angesagt.

Auch das auf diese Weise schwer verdiente Ankunftsbier blieb uns verwehrt: die Minibar war leer, der Supermarkt im Haus wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Ein paar Straßen weiter gab es eine Carrefour-Filiale. Dort wurden wir, bevor wir enttäuscht beim Bierregal ankamen (es gab entweder West-Bier oder lokale Gebräue mit < 2,1%, beides ausschließlich in warm), in Mäandern durch die komplette Non-Food Etage mit Waschmitteln, Windeln und Schneeketten geführt. Wir haben’s nochmal geprüft: Abkürzungen oder einen direkten Zugang zur Lebensmittel-Etage gab’s nicht. Und ich dachte immer, Ikea wäre schlimm.

Ein herzlicher Empfang sieht anders aus. Im Gegenzug ist Kunming bis heute die einzige Stadt, in der wir 3 Tage Aufenthalt hatten und absolut nichts von der Stadt gesehen haben. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

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