Tick

Nachdem uns unser Chemie-Klo vorhin Alarmstufe Rot signalisiert hat, mussten wir heute wohl oder übel wiedermal einen kommerziellen Campingplatz ansteuern. D.h. u.a. Netz. Daher will ich nicht nur die Bilder und den offline vorverfassten Beitrag hochladen, sondern auch die letzten Tage etwas konkreter Revue passieren lassen. Nun denn …

Vor keine Ahnung wievielen Tagen (wir verlieren hier völlig unser Zeitgefühl), auf jeden Fall an dem Tag nach dem Tag, an dem ich unseren letzten Beitrag veröffentlicht habe, haben wir uns in den Milford Sound aufgemacht. Dieser Sund ist eigentlich ein Fjord, und wer den Unterschied wissen möchte, dem hilft Wikipedia sicher weiter.

Die Statistik besagt für dieses Fleckchen Erde eine durchschnittliche Regenmenge von 7000 mm/qm und 182 Regentage im Jahr (Stichwort: Staubewölkung). 7000 mm oder 7m, das muss man sich mal klar machen: das ist mehr als ein Einfamilienhaus hoch ist!. Entsprechend war es auch nicht wirklich verwunderlich, dass es am Tag unseres Besuchs wie aus Eimern gekübelt hat. Immerhin, es hätte schlimmer kommen können. Bei unserer Ankunft wurde etwas von Schneefall gemunkelt, und das hätte im Zweifelsfall bedeutet, dass wir an diesem seelenlosen, durch und durch dem Tagestourismus verschriebenen Ort, länger als die 2 Stunden der obligatorischen Bootsfahrt hätten bleiben müssen. Die perfekt durchorganisierte Tour schipperte uns, und mit uns weitere Heerscharen von Touristen, routiniert den Fjord bis zur Mündung in die Tasmanische See runter und auf der anderen Seite wieder rauf. Natürlich bekamen wir dabei, in für uns einigermaßen verständlichem Englisch, auch allerhand Informationen mitgeteilt, deren meisten wir leider schon wieder vergessen haben. Nur soviel ist hängengeblieben: der Milford Sound ist eigentlich ein Fjord (Unterschied s.o.), hier regnet es verdammt oft (ok, das hatten wir schon mitbekommen) und bei starkem Regen (also meistens) läuft das Wasser in reissenden Sturzbächen die Felsen hinab. Und nochwas: an einer besonders engen Stelle werden regelmäßig Windgeschwindigkeiten von über 100 Knoten erreicht, das hat mich dann doch etwas beeindruckt. Ansonsten waren wir froh, dass der befürchtete Schnee ausblieb und wir die Passstrassen zurück in die Zivilisation (?!?) problemlos überqueren konnten.

Nicht weiter ging’s dann allerdings auf der Leeseite des Gebirges: bei spätabendlichem Sonnenschein (wir befinden uns hier ja kurz vor dem längsten Tag des Jahres) standen wir zwischen Schafen, Touristenbussen und anderen Campern in einer Vollsperrung. Nachdem es über eine Stunde nicht weiterging habe ich mich aufgemacht, um die Ursache zu erkunden. 2 Kilometer weiter habe ich das Neuseeländisch des dort postierten Polizisten so interpretiert, dass es wohl einen schweren Unfall gab, die Aufräumarbeiten mindestens noch 6 Stunden dauern würden und wir besser an Ort und Stelle übernachten würden. Auf dem Rückweg wurde ich dann von einer ganzen Menge weiterer, offensichtlich „Native-Speeker“-Traveller angesprochen, wann es denn nun weiterginge … faules Volk! Wie dem auch sei, auf freiem Feld übernachten war mit Birgit nicht drin und so verbrachten wir unseren Abend Aug’ in Aug’ mit ein paar Schafen auf dem als offiziellem Campingplatz zugelassenen Parkplatz eines Golfclubs.

Am nächsten Tag war die Unfallstelle dann geräumt (leider gab es da wohl einen tödlich Motorrad-Unfall) und wir konnten unsere Reise nach Queenstown fortsetzen. Queenstown ist sowas wie die Adreanlin-Hauptstadt der Südhalbkugel. Jet-Ski, Paragliding, Bungee-Sprünge und noch viel abartigere Sachen werden hier, gegen Einwurf (vieler) kleiner Münzen angeboten. Wir blieben da eher vorsichtig und wählten einen Rundflug über die beeindruckende Alpen-Kulisse. Einziges Manko (für Birgit zumindest): ich saß auf dem Sitz des verantwortlichen Flugzeugführers. Nachdem ich sie mit Engelszungen überzeugt habe, dass der daneben sitzende Fluglehrer sein Handwerk sicher über alle Maße gut beherrscht, konnte ich sie tatsächlich zum Einsteigen überreden. Der Flug verlief ebenso unspektakulär wie landschaftlich beeindruckend, und selbst einige Lee-Wellen über den Gebirgskämmen konnten Birgit nicht zum Gebrauch der, sicherheitshalber mitgebrachten, Spucktüten bewegen. Leider könnte ich mir immer noch in den Arsch beißen, dass ich die Landung versemmelt habe (ja, ich wollte die falsche Piste anfliegen), aber immerhin: ich glaube nicht, das so viele Kameraden im Kölner Klub einen Eintrag auf der Südhalbkugel in ihrem Flugbuch vorweisen können!

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