Tagestour nach Chile – Capillas de Marmol – Marmor Kapellen

Präambel: ich wollte das Feld des Minutenprotokolls Yodobasha nicht kampflos überlassen und habe daher die App „Day One“ auf meinem Handy installiert. Damit habe ich das u.g. Protokoll erstellt und auch mit reichlich Bildern optisch aufgewertet. Leider sind die Export-Funktionen dieser App nicht ganz so gut, so daß ich hier nur den blanken Text wiedergeben kann. Manche Passagen und insbesondere die Bildunterschriften werden ohne das zugehörige Bildmaterial sicher wenig verständlich, sinnlos oder gar verwirrend erscheinen. Sorry for that!

7:50 Abholung, 7:30 war geplant, aber die wahrscheinliche Verspätung gleich angekündigt. Südamerika halt.

Neuer Sprinter, macht guten Eindruck. 10 Leute, scheinbar sind wir die einzigen nicht-spanischsprachigen.

Untypisch für Südamerika: Fahrer und Guide in Personalunion.

08:10 erste englische Erklärung über den Kirschanbau und die Besiedlung Patagoniens. Verständlich.

08:30 die Ausreise aus Argentinien hat geklappt, bei Birgit gab‘s wohl irgendwelche Komplikationen, die Grenzerin ist für 5 Minuten mit ihrem Pass und ernsthaftem Gesicht verschwunden. Unser Guide kann uns auch nicht sagen was ist, evtl. IT-Problem.

08:55 wir haben auch die Einreise nach Chile geschafft, diesmal gibt es Komplikationen mit unserem Fahrer bzw. dem Auto beim Zoll. Die scheinen ernsterer Natur zu sein, auf jeden Fall kämpft er jetzt schon über 20 Minuten.

Was ein Akt, nicht das erste Mal auf der Reise wird mir klar, was für eine tolle Sache die EU ist.

09:10 weiter geht’s, sogar mit Auto.

09:15 im Auto macht eine Bombila mit Mate die Runde. Wir lehnen dankend ab.

09:30 rustikale Schotterpiste, ich zähle 10 Steinschläge in der Windschutzscheibe. Woher nur? Carglass sollte hier eine Filiale aufmachen.

09:45 mussten unseren Guide gerade mal an uns Gringos erinnern. Dann hat er uns die Geschichte mit der Mine, die vor wenigen Wochen abgesoffen ist (wahrscheinlich weil Pacha Mama genug von ihr hatte) auch erzählt

10:15 das Gerüttel und Geschüttel lässt mir mein Hirn aus‘m Schädel hüpfen. Der Magen hängt mir auch schon ganz schön hoch. Ich glaube, ich lass das mit dem Tippen jetzt lieber und fokusiere den fernen Horizont.

10:45 Fotostop mit wunderschönem Ausblick auf den Buenos Aires See (der zweitgrößte Südamerikas) und die Cordiliere der Anden. Die Gletscher gehören zum patagonischen Eisfeld, der drittgrößten Eismasse der Welt (nach Antarktis und Arktis/ Grönland).Take me to the end of the road …

11:45 Pinkelpause und Besuch im Supermarkt. Natürlich treffen wir hier mitten im Nichts auf Deutsche – und jede Menge deutsches/ deutschnamiges Bier. Hatte kurz überlegt, mir eins zu gönnen, möchte es aber vermeiden, ins Auto zu kotzen. Noch ca. 45 Minuten Holperpiste bis zur Bootsfahrt.

Die Carretera Austral läuft parallel zur Ruta 40 auf der chilenischen Seite und ist wohl bei Radlern sehr beliebt. Landschaftlich ist sie auch sehr reizvoll direkt an der Ostseite des Andenhauptkamms entlang, aber ich befürchte, ich bräuchte nach spätestens 10km einen neuen Satz Eier.Endlich mal wieder Lenticularis Wölkchen.

12:45 das mit den 45 Minuten haut wohl nicht hin. Vielleicht habe ich ja auch die spanischen Zahlen falsch verstanden…

13:00 angekommen, jetzt nur noch der steile und extra holprige Abstieg zum See. Aber, gepfiffen und getrommelt, mein Kopping und die Übelkeit sind auf der Strecke geblieben.

13:20 gerade habe ich unsere Faserpelze und Birgits Zipfelmütze in‘s Auto gebracht. Ich frage mich, was die gestern wohl geritten hat, uns was von 0° zu erzählen. Zum Glück konnte ich Birgit die langen Unterhosen ausreden.

13:30 Futter fassen, gibt wohl kein Bif de Chorizo … schade. Die gereichte Pastete war garnicht mal so gut. Und das Kranenwasser wurde in leicht angeranzten Tassen serviert. Kulinarisch kann diese Tour definitiv nicht mit der letzten, die wir in Chile gemacht haben, mithalten.Immerhin der Nachtisch ist nach meinem Geschmack, also nicht fertiggebacken. Birgit verzichtet.

14:00 während wir auf die Bootsfahrt warten werden wir von besonders aggressiven Bremern attackiert.Da wäre noch ein Punkt auf meiner Todo-Liste für 2018.

14:15 los geht‘s – safety first (nicht im Bild: meine Schwimmweste ging nicht zu)
Unser polyglotter Guide bleibt traurig & allein zurück. Positiv: wir verstehen auch seine einsprachige Kollegin ganz gut.

14:30 Marmor-Höhlen
Da wird fotografiert, bis Buttermilch aus dem Objektivverschluss rinnt. Ich frage mich, wer diese vielen Bilder alle sichten und bewerten soll!?Mit etwas Phantasie ein Elefant (‚ne Schildkröte und ein Hundele gab es ebenfalls)Es gibt nicht nur Sack-Höhlen, sondern sogar einen veritablen Tunnel. Da ist Kopfeinziehen angesagt.Stalaktiten… ob es die zugehörigen -miten unter Wasser wohl gibt?Der Fachmann spricht von Lochfraß. Liegt wohl am harten Wasser.Fein marmoriert.

15:15 zurück im Hafen
Es war sehr schön. Apropos schön: ob‘s dieses Boot auch in hässlich gibt? Und: lebt Collani eigentlich noch?

15:35 wir treten den Rückweg an. Zum Abschied gab es einen „Poquitito Pisco Sour“. Die Stimmung bestimmter Passagiere ist sehr entspannt: „¡Si!, ¡Ah!, ¡Oh!, ¡Claro!“. Birgit: „1 Schnaps und ein Bus voller Hühner“.

15:45 Zwangs-Gruppenfotos. Unser Guide ist wie ein Weihnachtsbaum behängt mit Kameras. Nur eine fehlt. Welche wird nicht verraten. Hier aber ein klitzekleiner Tipp: vielleicht sind wir nicht nur die sprachlichen Außenseiter.

16:30 über die Brücke. Unser Guide hat uns rausgeworfen, auf daß wir die Brücke über den Abfluss des Sees zu Fuß überqueren. Als Belohnung für die schönen dabei gemachten Fotos gab‘s ein paar Nüsschen.

16:50 Verkehrsschild: Chile Chico (Grenzstadt) 115 km. vØ auf der Staubpiste schätzungsweise 40 km/h + Pausen + Grenzübertritte = 1/2 9 Ankunft im Hotel. Ich merke langsam die Strapazen der letzten Zeit bis in die Knochen. Vor 5 Tagen waren wir noch in Neukaledonien, seither habe ich keine Nacht mehr als 3, maximal 4 Stunden geschlafen.

17:35 unerwartete Verzögerung

18:40 eine weitere langsame Foto-Vorbeifahrt. Grenze lange noch nicht in Sicht. In uns bahnt sich ein schwerer innerer Konflikt zwischen müdem Kopf und leerem Bauch an.

Die meisten Autos, die uns begegnen, sind robuste Pickups (in den wenigen Tagen hier habe ich mir in den Kopf gesetzt, daß mein nächstes Auto 4×4 Antrieb, Differentialsperre Blattfedern und im besten Fall eine Winsch haben soll). Es verirrt sich aber immer mal wieder eine kleine Furzkiste (etwa vom Kaliber unseres Miet-Renners) hierher. Ich glaube, solche Kojones hätte ich nicht.

19:25 Grenzstadt. 115 km/ 155 Minuten==> vØ = 45 km/h. Da war ich mit meiner Schätzung etwas zu pessimistisch.

19:45 Ausreise Chile. Keine nennenswerten Vorkommnisse.

20:10 Einreise Argentinien. Irgendeine Diskussion zwischen Fahrer und Zöllner, aber keine großartige Verzögerung

20:25 zum Abschluss noch eine Furt. Fahrer: „that‘s Patagonia“. Vor uns müssen noch 3 Parteien abgeliefert werden. Mein Ziel 20:30 werden wir wohl knapp reißen.

20:35 geschafft (Tour) & geschafft (wir)

21:00 Nachtrag: müder Kopf hat gegen leeren Bauch 2:0 gewonnen.

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