Erstes Türchen: Essen

So, mittlerweile sind wir wieder im Hostel, die Klimaanlage bläst angenehm kühle und vor allem trockene Luft in unsere fensterlose Kammer und das Tiger-Bier mundet so gut, dass man über die 14 Ringit (ca. 3,50 Eu/ 0,6 l) glatt hinwegsehen kann.

Um uns kulinarisch auf das Land einzustimmen stand heute eine Tour „jenseits der ausgetretenen Pfade“ auf dem Plan. Mit unserem persönlichen Führer Mark, der hauptberuflich SAP-Berater (Modul HR, Stundensatz $150) ist, ging zu 3 Futterstellen (mir fällt auch bei angestrengtem Nachdenken kein besserer Begriff für „Food-Court“ ein) in einem Außenbezirk von KL, in den sich sicher nie ein unbeguideter Touri (und auch kein Traveller) verirren wird.

Einschub zu Kuala Lumpur. Der erste Eindruck:  Downtown KL ist eindeutig eine Auto-freundliche Stadt. 6-spurige Highways, Badewannen und Overflys allenthalben. Dazwischen eine wilde Mischung aus aufstrebender Glas- und Stahl-Architektur, prächtigen Kolonialbauten aus verschiedenen Epochen und ziemlich heruntergekommenen Behausungen. Der Außenbezirk, in dem wir heute waren, schien dagegen etwas langweilig. Ich muss zugeben, ich hatte Slums oder etwas ähnliches erwartet, doch weit gefehlt: das ganze wirkte etwas wie Köln-Butzweilerhof, nur mit Palmen und dafür ohne Ikea.

Zurück zu unserer Tour. Ziel war es die 3 Haupt-Ethnien und -Kulturen des Landes von ihrer besten, nämlich der kulinarischen, Seite kennenzulernen. Der erste Gang war Malayisch: Reis, Kokosmilch, Sambal und Erdnüsse. Das ganze im Bananenblatt gegart und mit einem Ei garniert. Dazu Ochsenschwanzsuppe und pappsüßen Tee mit Kondensmilch. War schon mal ganz lecker. Danach ging’s zum Inder: Crepe-artige Backlinge mit einer Selektion von Currys und Chutneys, dazu etwas weniger süßen Tee mit Kondensmilch und Ingwer sowie ein Mango-Lhassi. Auch nicht schlecht. Vor dem abschließen chinesischen Gang (gebratene Nudel mit Fisch/ Shrimps und Satay-Spiessen) stand noch eine Mutprobe der besonderen Art an: die Malayen lieben, genau wie die Thailänder, die Durian, auch bekannt unter dem Namen Stinkfrucht. Und ich muss sagen, sie trägt diesen Namen völlig zu Recht. Aber: wenn man sich von dem widerwärtigen Gestank nicht abschrecken lässt und auch die schleimig-weiche Konsistenz des embryo-artig geformten Fruchtfleischs ignoriert, wird man mit einem Geschmack belohnt, der auch gar nicht mal so besonders gut ist. Immerhin können wir jetzt in unserem Traveller-Lebenslauf einen Haken an diesen Punkt machen.

ENDLICH …

… auch sporadische Konsumenten des Werbefernsehens dürften wissen, dass auf den Ausdruck ENDLICH stets eine an Irrelevanz kaum zu unterbietende Information der Form „ENDLICH wieder da, unser/ unsere/ unser Eis/ Marmelade/ Schokolade/ Damenhygieneartikel des Jahres“ folgt (nebenbei: es würde mich ernsthaft interessieren, welche Instanz berufen ist, das/ die/ den Eis/ Schokolade/ Marmelade/ Damenhygieneartikel des Jahres zu küren).

Auf der anderen Seite ist ENDLICH aber auch/ vor Allem der Ausdruck des bangen/ hoffnungsvollen/ sehnsüchtigen Erwartens (siehe z.B. R. Carell: „wann wird’s mal ENDLICH wieder Sommer?“).

Und in diesem Sinne möchte ich sagen: ENDLICH Urlaub/ Photographieren/ Schreiben und der Yodobashi-Blog darf/ soll/ muss ENDLICH wieder rotieren!

Wir hoffen, Ihr/ Sie amüsiert/amüsieren/ informiert/informieren euch/ sich an unseren Berichten/ Episoden aus Malaysia/ Singapur und honoriert/ honorieren dies ENDLICH mal mit ein paar Rückmeldungen/ Kommentaren.