Salzburger Nockerl’n

Nach einem perfekten bayerischen Frühstück ging’s los. Ok, war nur fast perfekt, es fehlten Brezen, Radi und a Weißbier, eigentlich gab es nur ein Paar Weißwürste und dazu süßen Senf, der den Zenit seiner Genießbarkeit auch schon deutlich überschritten hatte. Immerhin: es war ein Frühstück und es war bayerisch.

Wie gesagt: nach dem Frühstück ging’s los. Ok, nicht direkt nach dem Frühstück, erst musste ich die aus dem Netz runtergeladene Route noch etwas beschneiden. Der Autor dieser Route hat als ersten Abschnitt die Strecke Traunstein – Salzburg auf der Autobahn vorgesehen, dagegen sprachen 2 Argumente: erstens wäre die Fahrt nach Traunstein „rückwärts“ gewesen, und zweitens möchte ich meine Kuh nicht durch ein Pickerl verunzieren (und drittens möchte ich kein Pickerl kaufen).

Danach ging’s dann aber wirklich los. Das mit dem Beschneiden der Route hat allerdings nicht so ganz funktioniert, ich habe wohl noch ein kleines Stückchen Autobahn dringelassen, was sich mit der Einstellung „Mautstraßen vermeiden“ so gebissen hat, dass wir uns in einer Endlosschleife festgefahren haben. Nachdem wir das dritte Mal durch Elsbethen gefahren sind haben wir dann kurzerhand entschlossen, uns den Anweisungen des Navis vorübergehend zu widersetzen.

Nach dem Motto „der Klügere gibt nach“ hat es uns dann doch noch auf die geplante Route gelotst. Diese ging zunächst über eher unspektakuläre Bundesstraßen. Und da wir nicht wissen, wie die Ösis so ticken bezüglich Blitzen von hinten oder ähnlichen Nicklichkeiten, hielten wir es auch für besser, uns halbwegs an die Regeln zu halten. Die Zeit nutzten wir zum Gedankenaustausch über unseren Helmfunk. Gesprächsthema Nummer 1 war Wohnwagen-Nachbar Klaus, also jener, der heute seine Fuhre in Jena abholt und sich gestern erstmal bei uns erkundigt hat, wie man denn am Berg anfährt. Der Gedanke, dabei mit einem Fuß die Bremse zu bedienen, schien ihm sichtlich Unbehagen zu bereiten. Naja, wird schon werden!

Irgendwann haben wir dann die Bundesstraße verlassen und sind auf die Postalm-Straße, eine private, Maut-finanzierte Höhenstraße eingebogen. Brav und ordentlich haben wir die aufgerufenen 4 Eu je Mopped gelöhnt, was wohl eher unüblich ist: die eingeborenen Kradler huschen wohl eher hinter den Autos durch die Schranke.

Kuh am Mauthäusl

Die Strecke war ziemlich anspruchsvoll, mit einigen deftigen Kurven und Kehren, und das ganze bei nicht-optimaler Qualität der Fahrbahn, Engstellen mit Gegenverkehr und fehlender Leitplanke. Besonders letzteres hat Birgit wohl wechselweise Kopfzerbrechen und Bauchweh bereitet, und das, obwohl ich sie dauernd über die aktuelle Verkehrslage auf dem Laufenden gehalten habe. Ich hingegen fand die Strecke großartig, habe gefühlt eine Schräglage von 90° erreicht und konnte Birgits Aussage, sie würde lieber auf Skiern abfahren, beim besten Willen nicht verstehen.

Wie dem auch sei, wir sind beide heil unten angekommen, und dort erwartete uns das Ehemalige-Bundeskanzler-Urlaubs-Revier, das Salzkammergut und der Wolfgangsee.

im weißen Röß’l am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür …

Da konnten wir uns einen Abstecher nach St. Wolfgang und zum Weißen Rößel natürlich nicht entgehen lassen. Es ist ja noch sehr früh in der Saison, eigentlich hat die Saison ja noch nichtmal angefangen, trotzdem waren die Straßen und Cafés schon ordentlich mit knipsenden Chinesen und Japanern gefüllt. Trotzdem konnten wir noch einen Platz mit Seeblick im Café des Rößls ergattern. Auf der Karte wurden „Salzburger Nockerl’n“ empfohlen, und so ein paar lecker Grießknöpfe würden uns beiden gut reingehen. Dazu jeweils ein Kaba mit Sahne, die hier Obers heißt, da kann man ja nichts falsch machen.

Oder vielleicht doch: was uns serviert wurde hatte definitiv nichts mit Grießknöpfen zu tun. Es sah vielmehr aus wie das Dekolleté einer drei-busigen Mutantin. Außerdem war es nicht aus Grieß, sondern hauptsächlich aus Ei-Schnee zubereitet und so babb-süß, dass man mit einem einzigen Teelöffel davon eine ganze Legion Diabetiker ins Koma befördern könnte. Es war sogar so süß, dass wahrscheinlich sogar Amerikaner nur minimal nachzuckern würden.

Salzburger Nockerl’n …

Irgendwie haben wir auch das geschafft, schließlich mussten wir ja auch dafür zahlen. Als Belohnung dafür haben wir uns dann erstmal einen Bosna, die Salzburger Variante des Hotdogs, gegönnt.

Nach dieser Sodbrand-Präventionsmaßnahme konnten wir gestärkt den Nachhauseweg angetreten. Wir haben die vorgesehene Route dann irgendwann verlassen, da Birgit mittlerweile etwas Kupplungshand und Rücken hatte und auch der Himmel nicht so recht garantieren wollte, dass wir trockenen Hauptes zu Hause ankommen sollten.

Insgesamt waren wir ziemlich genau 200 Kilometer unterwegs, daher muss ich meine Aussage zu unserem Spin gestern korrigieren: wenn das heute 200 km waren, dann waren wir gestern wahrscheinlich höchstens 130 unterwegs.

2 Gedanken zu „Salzburger Nockerl’n

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