Oben

Wenn nicht heute, wann dann? Diese Frage stellt sich mir beim Blick in die allwissende Wetter-App: wenn ich die Symbole für die nächsten Tage richtig deute ist heute der letzte Tag in dieser Woche, an dem wir die Chance haben, den Großglockner, richtiger: die Großglockner Hochalpenstraße trockenen Reifens und ohne Nebel-Radar zu bezwingen. Um genau zu sein hat sich diese Erkenntnis schon gestern Abend eingestellt, und all meine Versuche, Birgit weichzukochen und zu überreden, mich auf diese Tour zu begleiten, blieben fruchtlos.

Vielleicht war das auch besser so, meine Nacht war angesichts einer der anspruchsvolleren Alpenstrecken (auf der früher auch anspruchsvolle Rennen gefahren wurden), angesagten 0 bis -2 Grad, immerhin bei klarer Sicht, und angekündigten „meterhohen Schneewänden neben der Fahrbahn“ (Aussage Homepage Betreibergesellschaft) auch nicht gerade ruhig. Oder anders ausgedrückt: ich hatte etwas Muffensausen.

Gegen 9 war ich dann auf dem Weg, dabei bin ich, trotz Navi (was gibt man da ein?) einen immensen Umweg gefahren … aber was soll’s, das verbessert ja bekanntlich die Ortskenntnis.

Schnapszahl auf dem Weg nach oben

Am Mauthäusl habe ich mich dann nochmal nach den Witterungsbedingungen erkundigt, aber außer einer Starkwindwarnung („fahrt’s vorsichtig, doa hoat’s an mords Wind“, oder so ähnlich) gab es nur Positives zu berichten. Positiv war auch, dass eine Stichstraße, die zum absoluten Höchstpunkt der Strecke geführt hätte, noch nicht schneefrei und damit gesperrt war. Deshalb wurde nämlich nur der ermäßigte Tarif erhoben, also 16 statt 22 Eu.

Was soll ich von der Fahrt erzählen: es war, nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass die Strecke erst vorgestern eröffnet wurde, relativ wenig los. Die meisten Verkehrsteilnehmer waren Radfahrer, denen ich hier meinen vollsten Respekt für diese Leistung ausdrücken möchte. Der Rest hatte zum überwiegenden Teil gelbe Nummernschilder, ich denke, das hat was mit dem Geburtstag von Königin Beatrix zu tun. Biker (also motorisierte Zweiradler) gab es außer mir nur 2 African Twin mit älteren Piloten und Soziaen, die ich öfters mal überholt habe, und anders  herum (musste ja meine Impressionen per iPhone verewigen).

Oben? Zumindest mal ziemlich hoch!

alpiner Ausblick in Richtung Großglockner

Meine Brotzeit und Photo-Session am vermeintlichen Höhepunkt erwies sich als Irrtum, es sollte noch weiter hoch gehen. Das tat aber weder der Brotzeit noch der Photo-Session einen Abbruch. Am echten Höhepunkt gab es dann nochmal eine kurze Photo-Session, mangels Brot aber keine Brotzeit mehr. Von da an ging’s bergab, was sich, auch keine echte Überraschung, als durchaus anstrengender als der Anstieg erwies.

da ist ein Lichtschein am Ende des Tunnels

das ist jetzt wirklich die Höhe!

und ich war da!

sagte ich schon, dass da oben ein wenig Schnee lag?

In Heiligenblut habe ich dann rumgedreht und mich auf den Heimweg gemacht. Und auch rückwärts gilt: hochzus ist angenehmer als runterzus.

Postkarten-Idyll und Umkehrpunkt: Heiligenblut

Ein Gedanke zu „Oben

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