Nemo nochmal gefunden

Nachdem unsere Zeit in Neuseeland fast wie Urlaub war, geht’s hier in Downunder mit  dem Travelling weiter. Das fing erstmal damit an, dass das Verhältnis Brutto- zu Netto-Flugzeit bei der Anreise mit 14:5 echt mies war. Bei der Ankunft hier in Cairns mussten wir dann feststellen, dass weder diese Stadt der Nabel der Welt noch das gebuchte „Ibis Styles“ ein echtes Boutique Hotel ist. Das übliche Landungsbier fiel wegen horrender Preise aus und wurde durch einen bezahlbares, durchaus nicht unleckeres Landungsweinchen ersetzt. Das Abendessen fiel auch aus und wir totmüde ins Bett: Willkommen auf dem 7. Kontinent!

Gestern stand dann erstmal etwas auf dem Programm, das wir mit unserem Camper in NZL beinahe verlernt haben: Reiseplanung. Dabei fiel uns auf, dass Australien doch insgesamt etwas größer ist, was sich u.a. deutlich in den Reisezeiten niederschlägt. Von hier sind es z.B. zur nächsten echten Stadt schlappe 700 km. Erschwerend kommt hinzu, dass hier in Kürze Weihnachten und Sommerferien zusammenfallen, was das Angebot an kurzfristig verfügbaren Transportmitteln (Camper, Mietwagen) auf exakt Null reduziert.

Einschub: in dem heutigen Tag ist irgendwie der Wurm drin. Zum unten beschriebenen Trauerfall mussten wir auch gerade feststellen, dass Birgit ihre Hose mitsamt unserer kompletten Barschaft und den Kreditkarten verloren hat. Zum Glück ist das Fundbüro nur einen Block weiter, und tatsächlich wurde alles dort unangetastet abgegeben. Das ist ja nochmal gutgegangen!

Nach dieser kurzen Unterbrechung nun weiter im Text. Wie schon gesagt, uns wurde unmissverständlich klargemacht, dass wir uns den Luxus eines Campers oder eines Mietwagens direkt abschminken können. Immerhin, die Fernbusse fahren wie gewohnt und es sind großteils sogar noch Plätze verfügbar. Demnach werden wir die nächsten 2 Wochen mit unserem Greyhound Hop On/ Hop Off Ticket für AUD 419 je Nase unsere Reise gen Sydney fortsetzen.

Heute waren wir am Great Barrier Reef schnorcheln. Die Fisch- und Korallen- Vielfalt und -Buntheit kann nicht ganz mit den Galapagos mithalten. Zitat Birgit: „so ist das halt, wenn man mit den Top-of-the-Pops anfängt“. Trotzdem war die Tour ebenso beeindruckend wie professionell durchorganisiert: schon beim Einchecken wurde uns klargemacht, dass wir ab sofort zu unserer eigenen Sicherheit auf die Nummern 60 und 61 zu hören hätten. Mittels dieser Nummern wurde nach jedem Schnorchelgang sichergestellt, dass niemand im Wasser vergessen wurde. Neben der Schnorchelei stand auch ein kurzer Schnupper-Tauchgang auf dem Programm. Leider kam Birgit mit dem Atmen aus der Pressluftflasche nicht so gut zurecht und hat entschieden, die Aktion abzubrechen, noch bevor sie richtig begonnen hat. Bei meinem Tauchgang gab es leider auch ein Opfer zu beklagen: Klara, unser Mädchen für’s grobe und feuchte, ließ sich  hoffnungslos volllaufen. Zwar konnten wir per Chip-Transplantation die Bilder des heutigen Tags retten, ansonsten liegt sie aber im Koma und ich befürchte, sie wird auch nicht mehr zu sich kommen. Und zu allem Unglück hat dann auch noch Birgit ihre Hose auf dem Boot vergessen, aber das hatten wir ja schon.

Ein letztes Wort zu den Australiern: uns ist völlig klar, dass es die primäre Aufgabe von Touri-Guides ist, gute Stimmung zu verbreiten. Schließlich haben wir die letzten Jahre schon den einen oder anderen Guide erleben dürfen. Die Jungs und Mädels hier sind aber die ersten, bei denen man zumindest annehmen kann, dass die ausgestrahlte Gelassenheit und Lebensfreude nicht nur professionelle Maske, sondern echte, innere Einstellung ist. Und das, wohlgemerkt, am Tag nach dem Tag, der wahrscheinlich als das australische Pendant zu 9/11 in die Geschichtsbücher eingehen wird.

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