Hot Lips

Ich sitze jetzt hier bei kuschlig warmen 30 + x Grad Celsius auf der Terrasse unseres Hotels und warte auf Birgit. Gerade ist ein weiterer Bus deutscher Pauschaltouristen angekommen. Für die meisten ist Bangkok übrigens nur eine 2- oder 3-tägige Etappe, danach geht’s dann weiter zu den üblichen Destinationen (Pukhet, Pataya, Schreibweise jeweils ohne Gewähr).

Heute steht ein Besuch im königlichen Palast auf unserem Programm, doch der Reihe nach, also erstmal zu gestern. Das Buffet-Frühstück würde ich als „nett“ bezeichnen (und wir wissen ja, wessen kleine Schwester „nett“ ist). Besonders erwähnenswert ist das Thema Saft. Eine Erfahrung, die wir schon in verschiedenen Ländern (Spanien, Kuba, Italien, Kroatien und jetzt eben auch Thailand) gemacht haben: in diesen Ländern, wo die reifen Orangen einfach so am Straßenrand vom Baum fallen und dort unbeobachtet vor sich hin faulen, schmeckt der zum Frühstück gereichte Saft immer wie eine aufgelöste Brausetablette. Ok, um genau zu sein wie eine aufgelöste Brausetablette mit ordentlich Zucker- und Farbstoffzusatz. Und zum Thema Kaffee: egal ob im benachbarten Elsass oder am anderen Ende der Welt: bei nichts werden kulturell-kulinarische Unterschiede so deutlich wie beim Kaffee oder beim Brot. Letzteres gibt es hier nicht, als Beilage verspeist man zu jeder Tageszeit Reis, zum Frühstück gibt es gerne mal ein Curry. Und ersteres schmeckt nicht, aber damit muss man sich abfinden …

… gleiche Stelle, 9 Stunden später, immernoch warm, dafür jetzt mit Bier: den Königspalast haben wir zwar gesehen, aber nicht betreten: um 15:30 Uhr heißt es dort Feierabend. Aber es gilt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Doch zurück zu gestern: nach dem bereits beschriebenen Buffet-Frühstück hat uns eine ganz gewiss Jetlag-bedingte Müdigkeit übermannt, so dass wir einen nicht unerheblichen Teil des Tages in unserer auf akkurat 18 Grad klimatisierten Kammer verbracht haben. Für den geplanten Besuch im Königspalast war es damit definitiv zu spät (kommt das jemand bekannt vor?), so dass wir beschlossen haben, den Rest des Tages in einem Einkaufszentrum zu verbringen. Mit dem Begriff Einkaufszentrum, oder neudeutsch Mall, verbinden wir in erster Linie unser RNZ. Mein erster Besuch im CentrO in Oberhausen ließ mich schon regelrecht Bauklötze über dessen Größe staunen. Gegen das MBK ist das aber immernoch ein Tante-Emma-Laden: allein die Abteilung, wo man neben Handys auch verwandte Dienstleistungen (z.B. Jailbreak) oder Wunsch-Telefonnummern (die teuerste, die wir gesehen haben, kostet umgerechnet rund 12.500 EUR) erwerben kann, ist länger als die Weinheimer Fußgängerzone.

Und weil es auf dem Weg lag, machten wir auf dem Rückweg zum Hotel einen Zwischenstopp bei dem berühmten Nachtmarkt von Pat Pongh, dem Inbegriff von „the world’s dark oyster“, wie es im titelgebenden Lied heißt. Die Auswahl zwischen verschiedenen Pussy-irgendwas-Shows und gefälschten Markenartikeln aller Art war tatsächlich berauschend, oder war nur das Bier berauschend und die Auswahl verstörend??? Auf jeden Fall war der Höhepunkt unseres Besuchs ein All-You-Can-Eat Buffet für die Fische, die wir für 150 Barth für eine viertel Stunde an unseren Füßen knappern ließen.

Da wir unser Geld nicht anderweitig an den Mann/ die Frau (die Unterscheidung fällt auch nicht immer so leicht) bringen konnten, haben wir uns statt dessen lieber auf dem Heimweg in einer sehr rustikalen Garküche für 240 B mal so richtig den Magen vollgeschlagen. Das Essen war ebenso scharf wie lecker, aus der rückblickenden Perspektive kann ich aber sagen, dass es zwei Mal brennt.

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