Der schönste Arsch der Welt

Hurra, wir haben mal wieder Netz (Wasser, Abwasser, Strom, Mobiltelefon und Internet)! Nun denn, wollen wir die günstige Gelegenheit nutzen und unsere Erfahrungen und Eindrücke der letzten 3 Tage Revue passieren lassen.

Wenn es in NZL von etwas mehr gibt als Schafe, dann ist das Landschaft. Es ist eigentlich egal, wo man hinblickt: rechts sieht man unglaublich grüne Weiden (vgl. Windows 95 Standard-Hintergrund), links die schneebedeckten Gipfel der Neuseeländischen Alpen, vorne die atemberaubend zerklüftete Küste, hinten den Urwald mit gigantischen Baum-Farnen und oben eine wunderschöne Landschaft aus Cumulus-, Cirrus- und Cirroculmulus-Wolken. Nicht ganz so eindrucksvoll ist der Blick nach unten, er offenbart meisten Schotterpisten mit rustikalen Schlaglöchern, aber was soll’s, wir sind ja Vollkasko-versichert.

Demnach könnte ich jetzt also ausführlich über Weiden, Gipfel, Küsten, Urwald, Wolken und Schlaglöcher erzählen. Da ich aber weiß, dass sich daran schon Generationen von Reiseführer-Autoren abgearbeitet haben, lasse ich das mal lieber.

Stattdessen hier eine kurze Beschreibung unserer aktuellen Behausung: es ist der pure Luxus! Ein komplett mit Küche, Dusche/ WC, Ess-, Wohn- und Schlafzimmer ausgebauter Sprinter. Zugegeben, die Motorisierung könnte besser sein und das Lenkrad ist auf der falschen Seite, aber an beides gewöhnt man sich. Bei mir klappt das mit dem Fahren auf der verkehrten Seite schon richtig gut (Trick: der Fahrer muss nach dem Abbiegen zur Straßenmitte hin zu sitzen kommen), Birgit musste ich bei ihren ersten Versuchen zu mehr Mitte ermahnen. Die angedrohte Fahrprüfung bei der Fahrzeugübergabe blieb übrigens, zu unserer Erleichterung, aus.

So ausgerüstet touren wir nun seit 3 Tagen als Selbstversorger kreuz und quer über die Südinsel. Billig sind hier vor allem 2 Dinge: Hammel und Diesel. Teuer ist der ganze Rest, vor allem aber Bier. Die letzten beiden Nächte haben wir auf (billigen) szenischen Plätzen mitten in der idyllischen Landschaft, und damit fernab jeglicher Zivilisation (und Netze, s.o.), verbracht. Nachdem wir uns heute aber selbst und gegenseitig nicht mehr riechen konnten, haben wir beschlossen, die heutige Nacht in einem richtigen (teuren) „Holiday-Park“ zu verbringen.

Mehr habe ich eigentlich nicht zu erzählen, außer vielleicht dem Highlight des heutigen Tages vielleicht noch: Neuseeland ist, wie alle Länder mit großer Ausdehnung und dünner Bevölkerung, Flieger-Land. Um ein, ziemlich weit entferntes, Aviatik-Museum (größte DeHaviland-Sammlung der südlichen Hemisphäre, wenn das mal nichts ist!) zu besuchen haben wir unseren Wecker mal wieder auf deutlich vor 7 Uhr gestellt. Auch das Frühstück fiel weitestgehend aus. Trotzdem haben wir es nicht innerhalb der Öffnungszeiten (bis 16:30 Uhr) dorthin geschafft, da ich, entgegen Birgits explizitem Rat, auf dem direkten Weg mitten durch die „Mecklenburgische Seenplatte“ (O-Ton B.) unseren letzten Stellplatz verlassen wollte. Es bedurfte einiger Stunden, 3 starker Männer (und mir) und viele, viele „Sänk Ju wery matsch“ bis wir wieder griffigen Boden unter den Rändern hatten. Immerhin wissen wir jetzt: unser Camper hat Heck-Antrieb.

@Mutter: wie gesagt, keine Ahnung wann wir mal wieder Netz haben und uns melden können. Wenn Du nichts anderes hörst gehe davon aus, dass es uns gut geht!

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