Dampf-gegartes

So, mittlerweile sitze ich bei einem ordentlichen Kaffee aus meiner Maschine an der Bar, und gestern Abend musste ich, halbwegs schweren Herzens, zugeben, dass Kölsch mittlerweile meine bevorzugte Bier-Varietät geworden ist. Und ja, um auch dieses Thema nicht unerwähnt zu lassen: heute ist der Morgen nach dem fünften Abstieg in der Geschichte des 1 FC, das tangiert mich aber eher wenig. Und damit zurück zu unseren letzten beiden Tagen in Waging.

Donnerstag war „Hintern-Schonzeit“ angesagt, will sagen: die Fuhren blieben stehen. Nach dem Ausschlafen ging’s zum erweiterten Frühstück mit fischiger Note vom laufenden Band in Mozarts Geburtstadt, kurz: zum Running Sushi nach Salzburg. Ich versuche, es mal in Katalog-Sprache auszudrücken: das Angebot an frisch vor den Augen der Gäste zubereiteten Sushi und anderen asiatischen Spezialitäten war reichhaltig und von sehr guter Qualität.

Leis auf Lädel

Wie üblich war ich nach dem Essen etwas bauchlastig, das hat Birgit aber nicht davon abgehalten, mich zum Besuch des angeschlossenen Designer-Outlets zu nötigen. Der Betreiber und das Konzept sind von anderen Outlets (Zweibrücken, Roermond, Street) hinreichend bekannt: das Center ist als Heile-Welt-Abbild in Form eines beschaulichen Dorfs angelegt. Die Einwohner dieses Dorfes würden allerdings verhungern, oder zumindest an Mangelernährung leiden, denn statt Bäcker, Metzger oder Tante-Emma-Laden findet man Boss, McGregor, Tom Taylor und bestenfalls noch ein goldenes M. Die Salzburger Ausgabe weicht in einer Hinsicht aber von den oben genannten Standorten ab: hier gibt es nicht nur keine Einwohner, sondern auch keine Besucher. Dadurch wirkt das Dorf wie eine Geisterstadt, vielmehr gespenstisch als idyllisch.

Gespenstische Stille im Einkaufs-Dorf

Nach dem exzessiven Sushi-Konsum plagt mich immer das gleiche Problem: das Essen, ich vermute besonders die Soja-Sauce, machen ordentlich Durst. Leider ist aber im Magen kein Platz mehr für irgendwas. Irgendwann gewinnt aber der Durst Oberhand und der Griff zur Flasche folgt. Das Wasser findet tatsächlich auch noch die eine oder andere Lücke zwischen den Reiskörnern, dabei werden die Kohlensäure-Bläschen aber so eingequetscht, dass sie nicht auf dem natürlichen Weg entweichen können. Resultat sind Schmerzen, Krämpfe und die Angst zu platzen. Auch diesmal war es wieder soweit, und Birgit hat mittlerweile eine gewisse Routine darin, so zu tun, als ob sie nichts mit der sich gurgelnd krümmenden Person an ihrer Seite zu tun hätte.

ein technisches Gebrechen

Nächstes Ziel war die Therme in Ruhpolding, wo wir den obligatorischen Wellness-Part unseres Aufenthalts absolvieren wollten. Vorher hätten wir noch gerne unsere Wasser-Vorräte bei Hofer aufgestockt, leider wurde uns aber wegen eines „technischen Gebrechens“ der Zugang verwehrt.

Schee iss’es: das Ruhpoldinger Rathaus

In der Therme habe ich Birgit dann mehrfach vor Riesenwellen im Wellenbad retten müssen, was sie mir nicht immer gebührend gedankt hat. Außerdem sind uns noch zwei erwähnenswerte Zeitgenossen begegnet: der eine gab so unappetitliche Geräusche von sich, dass er damit uns 2 x aus der Sauna und dem Ruheraum vertrieben hat. Der andere hat herausgefunden, dass man durch Kühlen des Wärmesensors mit dem Wasserschlauch die Temperatur von schluffen 55 Grad locker soweit erhöhen kann, dass die Haut Blasen wirft. Damit hat er nicht nur uns, sondern auch sich selbst aus dem Dampfbad vertrieben.

 

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