Crisped Reality

Waikiki. Wiedermal war ein Reiseziel ganz anders, wie ich es mir vorgestellt habe. Und wiedermal habe ich eigentlich überhaupt keine konkrete Vorstellung davon, wie ich es mir vorgestellt habe. Wahrscheinlich muss ich dazu wieder auf Magnum und Hawaii 50 verweisen.

Und die Realität? Auch schwer zu sagen, auf jeden Fall sehr japanisch, sehr nobel, viele Cops und ziemlich viele Penner. Der berühmte Strand ist irgendwie auch nur ein handtuchbreiter Streifen Sand, an den sich im Wasser dann kilometerlang messerscharfes Vulkangestein in 30 cm Tiefe anschließt (kann ich anhand verschiedener Verletzungen an Füßen und Knien belegen).

Einen großen Unterschied zu den übrigen Hawaii-Inseln bemerkt man hier sofort: die Grund-Lautstärke! Selbst in Kona, wo wir ein Appartement im Erdgeschoss zu einer Hauptverkehrsstrasse hin hatten, konnten wir abends problemlos auf unserem Balkon sitzen. Hier, in unserem (für uns zwar durchaus schicken, aber für hiesige Verhältnisse eher bescheidenen) Boutique-Hotel stört uns der Lärm, der in unser hintenraus gelegenes Zimmer im 16. Stock dringt, wesentlich mehr.

Gestern haben wir im „Hilton Village“ die Luft der Reichen, Schönen und ganz schön Reichen geschnuppert. Dabei haben wir festgestellt, dass die auch nicht so viel besser ist als unsere hier, höchstens etwas parfümierter. Dazu noch eine kleine Anekdote: in unserem Shuttlebus vom Flughafen in die Stadt war  ein deutsches Ehepaar, die in eben jenem Hilton aus-/ abstiegen. Die Show der beiden war wahrlich geißen-haft. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft wir die Worte „Lobster“, „Champagner“ und „Beach“ vernommen haben.

Heute habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt und die Insel mit einer Harley-Davidson umrundet. Mit Träumen ist das ja oft so wie mit Reisezielen: irgendwie anders als erwartet. Kurzfassung: Tempolimit nervt, Fahren ohne Helm ist cool, manchmal hätte ich mir aber einen Integralhelm, oder noch besser: eine schützende Blech-Karrosse, gewünscht (Regen, Hagel, schneidend kalter Wind), mein rechtes Bein habe ich mir 7x am Auspuffkrümmer verbrannt (eindeutig eine Fehlkonstruktion, Mr. Harley!), mein Hintern tut ziemlich weh, Birgits ist abgeschimmelt (trotz Sissy-Bar), Autobahn fahren ist noch schlimmer als in D (siehe: Tempolimit nervt).

Vom konstruktionsbedingten Sprachfehler abgesehen ist der 1,2-Liter V-Motor auch noch arg laut. Immerhin: der Durchzug des Motors war sehr ordentlich (was nicht soviel bringt, siehe: Tempolimit nervt), und das Getriebe der HD war wirklich klasse (obgleich sich B. ständig über die krachenden Schaltgeräusche beschwerte). Fazit: Eifel besser als Oahu (siehe: Tempolimit nervt), Boxer besser als V, Kuh besser als Steel-Horse!

Soweit & Sayonara, wir gehen jetzt in das wahrscheinlich weltweit einzige Lokal außerhalb Japans, in dem kalte Udon (Nudel) mit rohem Ei serviert werden.

Ein Gedanke zu „Crisped Reality

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.