Hawaii in unter 5 Minuten

Nun ist es wirklich soweit, heute ist der letzte Tag unseres Urlaubs. Morgen geht es mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück in die Heimat. Doch vorher, um das Kapitel Hawaii abschließen zu können, hier noch unser Filmchen vom entlegensten Archipel der Welt.

Round-Up Hawai’i

Zu erzählen gibt es von Hawai’i nicht mehr viel: am letzten Tag haben wir die Shopping-Möglichkeiten in Waikiki ausgiebig studiert und mussten feststellen, dass diese sich nicht wesentlich von denen in der Ehrenstraße unterscheiden. Nachmittags sind wir dann nach Honolulu gefahren, schließlich mussten wir uns wieder einmal einen Tag ohne Rückzugsmöglichkeit um die Ohren schlagen. Im Gegensatz zu Waikiki ist Honolulu kein Bisschen touristisch, ein richtiges Stadtzentrum gibt es auch nicht, dafür augenscheinlich um so mehr Penner, pardon, Obdachlose.

Unser Flug um 10 Uhr abends wurde wohl als Kurzstrecke interpretiert, was soviel heißt wie noch engere Bestuhlung, Essen und Getränke können erworben werden, Entertainment Fehlanzeige. Naja, die etwas über 5 Stunden haben wir auch zusammengefaltet, ohne Bier und lapprigem Flugzeug-Mampf oder Video überstanden. Nur: an Schlaf war nicht zu denken.

Entsprechend früh & gerädert sind wir demnach in San Francisco angekommen, und erwartungsgemäß war unser Zimmer noch nicht fertig, aber das hatten wir ja bereits.

Soweit der „redaktionelle“ Teil zu Hawai’i, was noch fehlt sind Bilder. Bei der Zusammenstellung der Photos hat sich Birgit gestern übrigens schwer verletzt, wir hoffen, dass ihr Beinchen gerettet werden kann.

15. bis 22.1.: Maui

22. bis 27.1.: Kauai

27. bis 31.1.: Oahu, Waikiki

der Lack ist ab

Wer erinnert sich noch an den Star-Trek Film, in dem die Enterprise in das San Francisco der 70er Jahre reist, um die Erde wiedereinmal vor der drohenden Zerstörung zu bewahren? So ähnlich fühlen wir uns auch gerade. Also nicht als ob wir die Welt retten könnten, sondern eher, als ob wir in den 70er Jahren gelandet wären. Dazu trägt sicher unser sehr stilvoll auf die Hippie-Ära getrimmtes Hotel bei. Wahrscheinlich ist es aber eine Nebenwirkung der Marijuana-Wolken, die einem hier auf Schritt und Tritt einhüllen. Und das, wohlgemerkt, nicht etwa in Haight-Ashbury, sondern mitten in Downtown, im Financial-Distrikt oder an der Fisherman’s Wharf.

Was diesen Eindruck jedoch etwas stört ist die Tatsache, dass es sich bei den Gras-Konsumenten nicht um fröhliche Blumenkinder,  sondern eher um ziemlich abgerissene, traurige Gestalten handelt. Ich kenne Civic Center, das Viertel, in dem unser Hotel hier liegt, einigermaßen gut, in den 90ern war ich schon einmal 2x 6 Wochen geschäftlich hier. Und da ich auch damals schon eine ziemlich ausgeglichene Life-Work-Balance hatte, verbrachte ich ziemlich viel Zeit mit dem Erkunden der Umgebung.

Auch wenn es damals vielleicht nicht allererste Adresse war, hatte ich doch nie Bedenken, abends mein Hotel zu verlassen. Gestern hatten wir die, wie sich aber herausstellte zu Unrecht: die Herumlungernden waren entweder mit sich selbst beschäftigt oder wirkten so apathisch, dass ich bezweifle, dass die uns überhaupt wahrgenommen haben.

Da nach unserem (schlaflosen) Nachtflug unser Zimmer natürlich noch nicht fertig war, stärkten wir uns ersteinmal bei Sears Fine Food mit den legendären Pancakes (18 Stück mit Ahorn-Sirup und Bratwurst). Die sind immer noch so lecker, wie sie es in den 90ern (und wahrscheinlich auch schon in den 70ern) waren. Derart gestärkt klapperten wir dann die ersten obligatorischen Sehenswürdigkeiten ab: die Cable Car (natürlich als Standee), Pier 39, die stinkenden Seelöwen.

Abends stand dann der geplante kulinarische Höhepunkt unserer gesamten Reise auf dem Plan. Bei meinem ersten Aufenthalt initiierte mich ein Kollege in die Sushi Welt, natürlich mit der obligatorischen Überdosis Wasabi. Die konnte aber nicht verhindern, dass ich fürderhin Stammgast in Japan-Town wurde (ich behaupte immer noch, dass ich mehrfach meine Miso-Suppe und meine Sashimi gemeinsam mit Leonard Nimoy gegessen habe, auch wenn ich das nicht belegen kann).

Irgendwie hat Birgit damals von meiner neuen Leidenschaft Wind gekriegt und tatsächlich alle notwendigen Zutaten zusammenbekommen (was damals gar nicht so leicht war), um mich bei meiner Rückkehr mit selbstgemachtem Sushi zu überraschen.

Den Reiz des Fremden verlor das japanische Nationalgericht auch bei uns relativ schnell, und bald bot jedes China-Restaurant beim All-You-Can-Eat Buffet ein paar mit rohem Fisch gefüllte Röllchen an.

Hier in San Francisco entdeckten wir bei einem kurzen Aufenthalt 2008 dann ein Lokal, dass Sushi auf eine (zumindest für uns) völlig neue, innovative Weise zubereitet: statt einfach nur Reis, Nori und Fisch experimentierte man hier mit verschiedenen Saucen, Früchten, Käse und der Fritteuse. Das war ungewohnt, exotisch und verdammt lecker. Und der Besuch in ebendiesem Restaurant sollte nun der Genuss-Höhepunkt unserer Reise werden.

Man wird es schon vermuten: daraus wurde nichts. Nun ist es schwer zu sagen, ob es an dem Restaurant selbst liegt, oder daran, dass keine 20 Meter von unserer Wohnung entfernt ein Japaner noch innovativere, exotischere und leckerere Kreationen zaubert.Wahrscheinlich gilt, ähnlich wie bei den Hippies: die Revolution frisst ihre Kinder.

Crisped Reality

Waikiki. Wiedermal war ein Reiseziel ganz anders, wie ich es mir vorgestellt habe. Und wiedermal habe ich eigentlich überhaupt keine konkrete Vorstellung davon, wie ich es mir vorgestellt habe. Wahrscheinlich muss ich dazu wieder auf Magnum und Hawaii 50 verweisen.

Und die Realität? Auch schwer zu sagen, auf jeden Fall sehr japanisch, sehr nobel, viele Cops und ziemlich viele Penner. Der berühmte Strand ist irgendwie auch nur ein handtuchbreiter Streifen Sand, an den sich im Wasser dann kilometerlang messerscharfes Vulkangestein in 30 cm Tiefe anschließt (kann ich anhand verschiedener Verletzungen an Füßen und Knien belegen).

Einen großen Unterschied zu den übrigen Hawaii-Inseln bemerkt man hier sofort: die Grund-Lautstärke! Selbst in Kona, wo wir ein Appartement im Erdgeschoss zu einer Hauptverkehrsstrasse hin hatten, konnten wir abends problemlos auf unserem Balkon sitzen. Hier, in unserem (für uns zwar durchaus schicken, aber für hiesige Verhältnisse eher bescheidenen) Boutique-Hotel stört uns der Lärm, der in unser hintenraus gelegenes Zimmer im 16. Stock dringt, wesentlich mehr.

Gestern haben wir im „Hilton Village“ die Luft der Reichen, Schönen und ganz schön Reichen geschnuppert. Dabei haben wir festgestellt, dass die auch nicht so viel besser ist als unsere hier, höchstens etwas parfümierter. Dazu noch eine kleine Anekdote: in unserem Shuttlebus vom Flughafen in die Stadt war  ein deutsches Ehepaar, die in eben jenem Hilton aus-/ abstiegen. Die Show der beiden war wahrlich geißen-haft. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft wir die Worte „Lobster“, „Champagner“ und „Beach“ vernommen haben.

Heute habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt und die Insel mit einer Harley-Davidson umrundet. Mit Träumen ist das ja oft so wie mit Reisezielen: irgendwie anders als erwartet. Kurzfassung: Tempolimit nervt, Fahren ohne Helm ist cool, manchmal hätte ich mir aber einen Integralhelm, oder noch besser: eine schützende Blech-Karrosse, gewünscht (Regen, Hagel, schneidend kalter Wind), mein rechtes Bein habe ich mir 7x am Auspuffkrümmer verbrannt (eindeutig eine Fehlkonstruktion, Mr. Harley!), mein Hintern tut ziemlich weh, Birgits ist abgeschimmelt (trotz Sissy-Bar), Autobahn fahren ist noch schlimmer als in D (siehe: Tempolimit nervt).

Vom konstruktionsbedingten Sprachfehler abgesehen ist der 1,2-Liter V-Motor auch noch arg laut. Immerhin: der Durchzug des Motors war sehr ordentlich (was nicht soviel bringt, siehe: Tempolimit nervt), und das Getriebe der HD war wirklich klasse (obgleich sich B. ständig über die krachenden Schaltgeräusche beschwerte). Fazit: Eifel besser als Oahu (siehe: Tempolimit nervt), Boxer besser als V, Kuh besser als Steel-Horse!

Soweit & Sayonara, wir gehen jetzt in das wahrscheinlich weltweit einzige Lokal außerhalb Japans, in dem kalte Udon (Nudel) mit rohem Ei serviert werden.

Flugstunde über dem Jurassic Park

Auch wenn wir mit der Aufbereitung unserer Photos immernoch etwas im Hintertreffen sind, möchte ich doch hier und jetzt, solange die Erinnerung noch warm ist, unsere Ausbeute des heutigen Tags präsentieren. Unsere (meine) heutige Flugstunde über der Insel, insbesondere dem Gebiet, in dem ein Großteil der Außenaufnahmen zu Jurassic Park (und auch ein Teil von Indiana Jones und des 1976er Remakes von King Kong) gedreht wurde, war der bisherige Höhepunkt unserer Zeit hier auf Kauai.

Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich daran noch etwas ändert, ist eher gering. Will sagen: hier liegt wirklich der Hund (oder besser: der Saurier) begraben. Apropos Saurier: während wir auf der Tour zum Ayers Rock den Altersdurchschnitt wahrscheinlich um 5 Jahre gehoben haben, dürften wir ihn in unserem Ressort hier wohl um 25 Jahre senken.

Entsprechend gibt es auch nicht so viel zu berichten, gestern haben wir einen nicht unerheblichen Teil des Tages vor der viereckigen Großmutter verbracht. Dabei bin ich auf einen Sender gestoßen, der rund um die Uhr von Flugzeug-Unglücken berichtet (… haben will!). Um so mehr will ich mich an dieser Stelle bei Birgit bedanken, dass sie heute wieder in eine Maschine mit mir vorne links gestiegen ist.

PS: wiedermal was für unsere Superlativ-Sammlung: auf Kaua’i befindet sich der durchschnittlich regenreichste Ort der Erde.

Bilder Hawai’i Big Island 9. bis 15. Januar 2015

Mittlerweile sind wir auf Kauai, der dritten Station unserer Insel-Hopping-Tournee, angekommen. Der Reiseführer sagt, diese Insel sei „etwas weniger touristisch“. Unserem ersten Eindruck nach könnte das ein ganz klein wenig euphemistisch sein. Uns scheint es eher, als ob sich hier Fuchs und Has‘, oder besser: Hahn und Henne, Gut Nacht sagen.

Federvieh gibt es nämlich hier mehr als Einwohner. Das hängt wohl mit einem Hurricane in den 80ern zusammen, der ein paar Hühnerställe zerstört hat. Das auf diese Weise in Freiheit gekommene Geflügel hat sich explosionsartig vermehrt, was zu einer Art „Chicken-Plage“ geführt hat. Die macht sich im Wesentlichen durch zu jeder Tages- und Nachtzeit erklingende Kikeriki-Rufe bemerkbar.

Über unsere Unterkunft hier können wir nicht klagen. Der Einrichtungsstil deckt sich zwar nicht ganz mit dem unsrigen, aber: es ist alles vorhanden und sauber. Außerdem: das Meer erstreckt sich von ca. 50 Metern vor unserer Terrasse bis zum Horizont, nur getrennt durch einen fein-sandigen Streifen. So kann man es auch in weniger touristischen Gebieten aushalten. Nachteil: jede Art der Nahrungsbeschaffung erfordert  automobilen Einsatz.

So sitzen wir denn auf unserer Terrasse, lassen uns den Pelz bräunen, lauschen der Meeresbrandung, freuen uns über gelegentliche Besuche von Hähnen, Hühnern und Küken, und arbeiten unseren Bilder-Stau ab. Hier nun also die Bilder von der großen Insel.