Guam

Guam

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Inselkoller

Guam war die erste Insel auf unserer Reise. Je nach dem, wie man zählt, folgen 4 (Aufenthalte) oder 6 (Landungen) weitere. Über unseren Aufenthalt in Guam gibt e eigentlich nicht viel zu berichten, selbst meine Blog-Gefährtin war überraschend schweigsam. Der Vollständigkeit halber hier trotzdem ein paar (Stich-) Worte:

  • unser Aktionsradius beschränkte sich im Wesentlichen auf die ca. 250 Meter zwischen Zimmer, Strand und Kringel-K (Convenience Store, primäre Quelle für Chips, Bier und Wein)
  • Taxis sind auf Guam eine unglaublich teure Angelegenheit (z.B. 50 USD für weniger als 10 Kilometer)
  • die Attraktionen der Insel, die hauptsächlich aus steuerfreiem Shopping bestehen, sind zu weit weg, um fußläufig erreicht zu werden (zumal bei 30+ Grad, 90+ % Luftfeuchtigkeit und gnadenlos stechendem Planeten)
  • ==> Konsequenz: siehe oben 
  • eine 3.000 Kalorien-Pizza kostet (inkl. Extra-Wurst) nur unwesentlich mehr als ein Netz Zwiebel
  • ==> Konsequenz: fragen Sie Ihren Gürtel oder die Waage
  • ein Korallenriff vor der Hoteltür ist eine feine Sache
  • das Zusammentreffen von Asiaten und Wasser gibt immer wieder Anlass zum Schmunzeln (siehe Yodobasha-Berichte)
  • Guam wäre gerne wie Hawaii, ist es aber nicht
  • ein Reisetag ist ein Reisetag!

Der längste Tag/ wer redet …

Endlich wieder unzensiertes Internet. Allerdings so langsam, daß wir uns gelegentlich wieder hinter die große Mauer zurückwünschen. Dafür haben wir hier Sonne, Sand und Meer satt. Und warm ist es auch. Aber der Reihe nach.

Shanghai war eindeutig der kulinarische Höhepunkt unseres China-Trips: Jakobsmuscheln, Austern, Hammel und Auberginen, all das mit mächtig Knoblauch und dazu etwas, das auch bei uns halbwegs als Brot durchginge. Hätte es auch noch Spaghetti gegeben, wäre ich wahrscheinlich direkt dortgeblieben. Daß wir neben der Nahrungsaufnahme auch noch viele andere tolle Aktivitäten unternommen haben, ist wohl so selbstverständlich, daß es hier keiner weiteren Erwähnung bedarf. Erwähnt werden soll hingegen das Abschlussessen: Ente und karamellisierten Süßkartoffeln. Kurzum: China zeigte sich zum Abschied von seiner angenehmeren Seite, ganz ohne Suppe und Reis.

Normalerweise erstaunt es uns immer, warum das Checkin just jener Passagiere, die in der Schlange vor uns stehen, so ewig lange dauert. Diesmal haben sich wahrscheinlich die Leute hinter uns das gleiche gefragt. Scheinbar gab es mit unseren bei Lufthansa gebuchten Tickets für den United-Flug irgendwelche Probleme, oder mit der Tatsache, daß Birgits Monstername nicht in das vorgesehene Feld passte, oder einfach mit unserem Anliegen, in eine Aussenstelle von „God’s own Country“ zu reisen. Auf jeden Fall rannte die Bedienstete mehrfach mit unseren Pässen davon und telefonierte hektisch. Leider reichten unsere Englisch-Kenntnisse nicht aus, um die Ursache der Komplikationen zu hinterfragen (schließlich verfüge ich ja nur über Sprachkenntnisse ICAO Level 5). 

Wir sahen uns schon in Shanghai festsitzen, was allerdings nicht der schlechteste Ort gewesen wäre (s.o.). Schlussendlich bekamen wir dann aber doch, nachdem Birgits Gepäck nochmal ausführlich gefilzt wurde, unseren Boarding-Pass ausgestellt (Ursache für die Kontrolle war übrigens, wie wir pantomimisch herausfanden, weder Birgits suspekt langer Name noch die geschmuggelte Hartwurst, sondern die 2 Wolf-Akkus).

Falls sich die Leute in der Schlange hinter uns tatsächlich über unsere Abfertigung gewundert haben sollten, dann nur für kurze Zeit: die 7-köpfige Familie hat es, wie Birgit mitbekommen zu haben glaubt, so erwischt, daß sie sich wohl direkt im Austern-, Lamm- und Auberginen-Laden einquartiert hat.

Immerhin verursachte uns die Verzögerung keinen zeitlichen Stress. Da unser Flug erst um kurz vor 12 (nachts!) ging, hatten wir trotzdem noch genügend Zeit, uns in der Lounge zu erquicken. Auf den Schreck hin gönnte ich mir erstmal eine Gemüselasagne (mit echtem Käse!) und ein Weizenglas voll Baileys. 

Der Flug war kurz (4 Stunden) und auch die Einreise in’s gelobte Land dauerte nicht die übliche, diesmal durchaus nicht unerwünschte, Ewigkeit. Also standen wir um kurz nach 6 Uhr Ortszeit bei 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit vor dem Terminal. Gerade mal noch 9 Stunden bis wir unser Zimmer beziehen dürfen … juhu!

In China fühlten wir uns abgezockt, wenn der Taxifahrer für die knapp viertelstündige Fahrt zum Flughafen tatsächlich 40 Yuan (etwas über 5 EUR) von uns haben wollte. Die hier auf der Uhr stehenden 22 USD (+ 1 USD je Gepäckstück) für die knapp 2 Kilometer zahlten wir (fast) ohne Murren. Das ist halt der Insel-Zuschlag.

Beim Buchen haben wir bei der Bewertung zu mehr oder weniger jedem in Frage kommenden Hotel die Attribute „renovierungsbedürftig“, „abgerockt“ oder gar „runtergekommen“ gelesen. Diese Eigenschaften scheinen auf Guam selbst zuzutreffen. Wobei, vielleicht ist das etwas zu hart, wahrscheinlich sollte man es eher „mit dem morbiden Charme vergangener Zeiten“ nennen. Eventuell spekuliert ja der eine oder andere Hotelbetreiber hier darauf, daß Kim seine Anlage hier warm saniert.

Unsere Wahl fiel auf das, wenn schon nicht erste, dann doch zumindest größte, Haus am Platz. Ein klassischer Bettenbunker, wunderbar gelegen an einer smaragdgrünen Bucht mit feinem Sandstrand und einem Korallenriff direkt vor der Nase. Als Sahnehäubchen befindet es sich auch noch direkt im Gegenanflug der Platzrunde des hiesigen Flughafens. Was kann man mehr wollen!?

Wir wurden dort auch herzlich willkommen geheißen, allerdings erst um 14 Uhr (immerhin eine Stunde früher als vorgesehen). Vorher vertrieb man uns von den am Pool aufgestellten Liegen, da man Angst hatte, wir könnten, ungewaschen und übernächtigt wie wir aussahen, die überwiegend asiatischen Gäste erschrecken. Das wäre ja nicht auszumalen, falls ein, mit Stingersuit, Rettungs- und darübergezogener Warn-Weste ausgestatteter Badender bei unserem Anblick aus Versehen Wasser aus dem 1,20 Meter tiefen Becken verschluckt!

Wie dem auch sei: nach nur einmaliger Beschwerde und Zimmerwechsel (das erste lag direkt über der zentralen Klimaanlage und war damit so laut, daß man seinen eigen …#~(* !?(&§“ …) genießen wir jetzt von unserem Balkönchen aus den Meerblick, das Meeresrauschen und den Platzrundenverkehr und denken, auf unser Abschiedsessen zurückblickend: Ente gut alles gut.