Besser spät als nie …

… ein paar Bilder aus Bangkok

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100% Ladies

Unser Aufenthalt in Bangkok war mit Anreisetag + einem ganzen Tag (der Weiterflug ging bereits um 9 Uhr, so daß der Wecker am Abreisetag schon um kurz vor 5 klingelte) reichlich knapp bemessen. Im Traveller-Sprech nennt man so etwas übrigens einen Stopover. Trotzdem hat auch diese Etappe durchaus einen eigenen Beitrag verdient.  

Fangen wir also in Moskau an. Unser 8-Stunden-Flug in die thailändische Hauptstadt ging um 18:40 Uhr. Um 12 Uhr Mittags war auscheken angesagt. Kein Problem, schließlich sind wir ja stolze Inhaber der „schwarzen Karte“, die uns, auch als Holzklasse-Reisenden, weltweit Zutritt zu den Lounges der Reichen und Schönen verschafft. Und von denen (das gilt sowohl für die Lounges als auch die Reichen und Schönen, gemeint sind hier aber die Lounges) gibt es in Moskau mehr als genug. Unser Plan: Ankunft Airport 13 Uhr, Boarding um 6, das reicht locker für 3 Lounges.

Dieser Plan ging leider in doppelter Hinsicht nicht auf: zum einen hat Thai Airways in Moskau keine Base, sondern mietet die Infrastruktur für die Passagier-Abfertigung stundenweise an. Die für unseren Flug ausgewiesenen Kabüffchen wurden bei unserer Ankunft noch von einer anderen Gesellschaft benutzt. Check-In erst ab 15:40 Uhr. Wir hatten extra auf’s Frühstück verzichtet. So lange hielten wir definitiv nicht mehr durch. Also: statt Lachshäppchen und Prosecco in der Lounge gab’s Haribo und Aldi-Hartwurst mit bestem Ausblick auf den Flughafenparkplatz. Immerhin waren wir beim Check-In schnell durch, schließlich waren wir ja auch früh genug da.

Der zweite Grund, warum unser Plan nicht aufging, war, daß es auf dem Moskauer Flughafen zwar wirklich viele Lounges gibt, aber just in unserem Terminal und Gate-Abschnitt lediglich eine, und die war eher dritt- denn erstklassig. Zugegebenermaßen: das Warten gestaltete sich trotz plörrig gezapftem Efes-Bier und kalten, knochigen Hähnchenteilen deutlich angenehmer als bei all unseren vorherigen Flügen. Und immerhin das WLAN und der Ausblick auf den Apron war erstklassig.

Der Flug war gewohnt unspektakulär, und, dank doppelter Dosis Reisetabletten, habe ich auch das eine oder andere Auge zumachen können. Einreise und Transfer in die Innenstadt waren auch kein Thema, und zu unserer großen Freude konnten wir auch schon um kurz nach 10 unser Zimmer in Beschlag nehmen. Weniger erfreut war ich, daß das hiesige Gesetz es dem Ladenbetreiber verbat, mir mein traditionelles Ankunfts-Bier zu verkaufen (Alkohol gibt’s erst ab 11 Uhr). 

Nachdem wir das, gewohnt völlig ungenießbare, Flugzeugfrühstück dankend ausgeschlagen haben, knurrte uns mittlerweile der Magen auch ganz ordentlich. Kein Problem, Streetfood-Stände gab’s in unserem Viertel mindestens so viele wie Reiche und Schöne in Moskau. Natürlich steuerte ich sofort einen an, der sich auf Innereien spezialisiert hatte. Die Zunge sah wirklich gut aus (für Dünndarm oder Gebärmutter fühlte ich mich noch nicht bereit). Um eventuelle Komplikationen zu vermeiden, deutete der Verkäufer sehr nachdrücklich auf seinen rausgestreckten Lappen, aber ich vermittelte durch beherztes Kopfnicken, daß ich durchaus weiß, was ich tue. Ich hätte besser auf die Warnung gehört, leider war das Stück Fleisch furztrocken.

Birgit hatte das ganze natürlich wesentlich besser im Blick und führte uns zu einem Stand, an dem es Nudel, Wan-Tan, Schwein und Ente gab. Von dieser ebenso leckeren wie günstigen Mahlzeit gestärkt machten wir uns voller Energie daran … den entgangenen Nachtschlaf auf unserem Zimmer nachzuholen. Ich für meinen Teil verbrachte den Rest des Tages dann abwechselnd im Bett und in gefliesten Räumen, aber das hatten wir ja schon.

Immerhin ging es am nächsten Tag wieder einigermaßen, der Schüttelfrost hatte nachgelassen und ein (rein pflanzliches) Medikament hatte meine rückwärtige Körperöffnung erfolgreich versiegelt. Also: Wecker 6 Uhr, eine Tasse Kaffee und ab ging’s zur gebuchten Food-Tour. Die Details dazu will ich, in guter Yodo-Tradition, auslassen (der geschwätzige Co-Blog hat sich hierüber ja bereits ausgiebig ausgelassen), hier nur eine kurze Zusammenfassung: die Tour lag qualitativ im Mittelfeld und mein Gedärm hat dicht gehalten.

Abends sind wir dann nochmal losgezogen, um unser Viertel ausgiebiger zu erkundigen. Unser Weg führte uns am Alt-Heidelberg vorbei über die Lolita-Bar zum Nana-Place, dem nach eigener Aussage sündigsten Spielplatz dieser Welt. Die heutige Tagesüberschrift habe ich übrigens der großformatigen Werbung einer der Lokalitäten an diesem Spielplatz entlehnt.

Eigentlich müsste jetzt hier Birgit übernehmen, ich kann ihren aufrichtigen Ekel wahrscheinlich nur ansatzweise wiedergeben (keine Missverständnisse: schön oder gar erregend fand ich das dargebotene auch nicht!). Da Birgit ja aber mittlerweile mit ihrem großartigen Micro-Blog Yodo heftig Konkurrenz macht, will ich es hier bei bei einem einzigen Eindruck belassen: ein Westler mittleren bis fortgeschrittenen Alters steht am Geldautomat, eine Thai-Schönheit wartet 5 Meter weiter.