And boldly go where no man has gone before …

… das mag zwar nicht das Motto unserer Südamerika-Tour sein, gilt aber auf jeden Fall für die Vorbereitung. Beim finalen Großreinemachen habe ich Ecken in unserem Kühlschrank entdeckt, von denen ich bis dato keine Ahnung hatte, dass sie existieren. Und dort fanden sich, erstaunlich gut konserviert, Reste von Speisen, von denen ich keine Ahnung hatte, dass wir sie jemals zubereitet hatten.
Was das obligatorische Putzen meiner Kaffeemaschine angeht: da hat das Abenteuer etwas nachgelassen und die Routine Oberhand gewonnen. Außerdem leistet der Staubsauger bei der Mühle verdammt gute Dienste. Was mir aber auffiel: an fast allen Stellen löst sich das Chrom auf und das blanke Messing tritt zu Tage. Sieht zwar auch schön aus, aber ich frage mich: ist Chrom eigentlich giftig? Wenn ich mir die Lücken in der Verchromung anschaue, will ich nicht wissen, wieviel davon ich geschluckt habe.
Wie dem auch sei: die Burg ist „stubenrein“, der Peugeot hat einen neuen Herzschrittmacher und die Zurückgebliebenen sind bestens instruiert, was im Falle von Feuer, Wasser und anderen unvorhersehbaren Ereignissen zu tun ist.
Jetzt sitzen wir hier in einem nagelneuen Airbus A380 mit ziemlich unbedienbarem In-Seat Entertainment. Es gibt zwar keine wahlweise Rot- oder Gelbstichigen Gemeinschaftsmonitore mehr, über die ich mich bei unserem letzten Flug mit der Kranich-Airline ausführlich echauffiert habe, dafür bluten mir jetzt die Fingerspitzen vom angestrengten Screen-Tatschen.
Ansonsten bin ich aber echt angetan vom A380: ästhetisch kommt er zwar nicht annähernd an den Jumbo ran, dafür habe ich aber hier selbst in der Holzklasse eine fürstliche Beinfreiheit. Und der Start verlief so smooth, dass ich ernsthaft dachte, dieser Luft-Bus würde auf einer Stairway to Heaven gleiten. Außerdem hat unser Kapitän einen bezaubernden hanseatischen Akzent, eine Mischung aus Helmut Schmitt, Jan Fedder und Jan Deelay. Schweren Herzens muss ich zugeben: wenn er die Ansage auf (Kur-)Pfälzisch gemacht hätte, hätte ich weit weniger Vertrauen.

They lift us up where we belong

Das Saft-Schubsen scheint immer mehr zur Männer-Domäne zu werden, aber ich muss zugeben, dass unser Purser schon ziemlich schnuckelig ist.
Und um die positiven Aussagen über unseren National-Kranich zu vervollständigen: sogar das Essen (ich: Tschicken, Birgit: Beef) war fast geniessbar (@Christine/Joachim: allenfalls Duisburg- keinesfalls Pfalzwerke-Niveau … aber ich glaube, das hatte ich schonmal). Im Gegensatz zu den beiden genannten Kantinen gibt’s hier aber wechselweise Wodka Lemmon, Bier und Wein vor, zum und nach dem Essen.

Treibstoff in der Holzklasse

Aktuell befinden wir uns über Grönland und das In-Flight-Information-System sagt mir, dass es noch ca. 6 Stunden dauert, bis wir in Houston auf dem Georg Bush (ohne Dabbelju) Airport zwischenlanden. Demnach weiß ich, dass ich keine Chance habe, diesen Beitrag zeitnah zu veröffentlichen. Ich sehe ihn eher als „Fingerübung“ und als Test, ob ich noch an meiner Schreibhemmung leide (gestern habe ich für eine Trivial-Mail fast eine Stunde gebraucht). Und ich stelle erfreut fest: dem scheint nicht so zu sein!
Während ich das schreibe, darüber nachdenke und das letzte (bis jetzt) Warsteiner seine Wirkung zeitigt, merke ich, wie alles von mir abfällt: die Arbeit, der Ärger und der Stress der letzten Zeit, und damit zusammenhängend, die manchmal lautstarken Konflikte mit mir nahestehenden Personen (vor allem einer, der betroffene wird schon wissen, wer gemeint ist, nicht wahr, Artur ;-). Kurz gesagt: ich freue mich auf das, was vor uns liegt!

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