Alles Super (Plus)

Ich ringe gerade mit mir, ob ich diesen Ausdruck oder eher „tengo pantalones“ zur Überschrift des heutigen Tages küren soll. Ich habe mich jetzt für diese Variante entschieden, werde es mir aber nicht nehmen lassen, auch die Andere zu erläutern.

Aber, wie immer, von Anfang an: das Frühstück entfiel heute, dafür war Duschen angesagt. Nach einer ausgiebigen Grundreinigung ging’s dann los, erste Etappe war die freundliche BMW-Vertragswerkstatt in Piding. Dort hatte ich schon letzte Woche angerufen um abzuklären, dass die Birgits High-Tech Kupplungshebel mal zwischenrein schieben.

Sichtung beim :-)

Nachdem dieses Thema fast zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt war (in der engsten Einstellung startet das Kälbchen nichtmehr mit eingelegtem Gang), machte sich bei uns ein gewisses Hungergefühl im Vestibül breit. Irgendwo zwischen Mäc, Burger-King und Bäckerei hin- und hergerissen entschieden wir uns für letzteres (wir wissen ja: Kalorien sind die bösen Viecher, die nachts die Klamotten enger nähen).  Die Speise war demnach eher bescheiden, dafür war die Aussicht um so besser: vor unserer Nase überquerte eine Dame die Straße, für die der Ausdruck „alte Schabracke“ sicher erfunden werden müsste, so er den nicht schon existieren würde. Alter irgendwo zwischen 35 und 105 Jahren, sonnen-/ solariumgegerbte Haut, enge, knallrote Hosen, bei denen man jeden Wunsch von den Lippen ablesen kann, und dazu eine mega-coole Sonnenbrille.

Nach dieser Stärkung sollte es nun auf die gewählte Tagestour durch die Salzburger Alpen gehen. Vorher war, dem Konfirmanden-Tank des Kälbchen sei’s gedankt, noch Sprit-Fassen angesagt. Irgendwie habe ich mich dabei so blöd angestellt, dass ein Großteil des teuren Treibstoffs nicht in meinem Tank, sondern auf mir, meiner Jacke, der Kuh und dem Boden landete. Da stand ich nun, benzingetränkt und umgeben von einem glitschigen See Super Plus. Mir kam zwar zuerst die in der Tages-Überschrift verewigte Assoziation, diese finde ich aber auch nicht schlecht: ich stand sozusagen mitten im Aral-See!

Und da rauszukommen war auch garnicht so leicht. Den Motor anzulassen getraute ich mich nicht, da ich Angst hatte, die Sprit-getränkte Kuh könnte samt Sprit-getränktem Fahrer in Flammen aufgehen. Und schieben ist bei dem Viech generell keine angenehme Angelegenheit, und das gilt unter den o.g. Umständen nicht minder. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, und zum Glück hatte die Tanke auch einen Kärcher, mit dem ich die Kuh soweit reinigen konnte, dass ich mich wenigstens getraute, sie wieder anzulassen.

Von diesem Moment an konnte es eigentlich nur besser werden, und das wurde es auch: ich hatte zwar noch etwas Benzingeruch am Leib, aber Reifen und Bremsen waren schnell trockengefahren und schon in den nächsten Kurven hing die Kuh mal wieder am Gas wie nix Gutes! Irgendwann stellte sich uns ein Mauthäusl samt Schranke in den Weg, und zähneknirschend löhnten wir die 7 Eu um die Roßfeld-Strecke, Europas höchste Alpenstraße von Deutschland, befahren zu dürfen. Dass die Dame am Schalter dann auch noch 50 Cent für den obligatorischen Ich-war-hier-Aufkleber haben wollte, fand ich fast eine Unverschämtheit.

ganz oben: Gustl an Deutschlands höchster Panoramastrasse

Oben angekommen standen wir, mal wieder, bei fast 30 Grad im Schnee. Es lag zwar noch relativ viel Schnee, aber der war eher schwarz als weiß. Und die Stellen, von denen sich der Schnee bereits zurückgezogen hatte, waren von einer Farbe und Konsistenz, für die wahrscheinlich nichtmal Douglas Adams die richtigen Worte fände.

Das hat mich aber nicht davon abgehalten, mich meiner völlig durchgenässten Oben-Oberbekleidung zu entledigen und mich von der Fast-schon-Mai-Sonne wärmen und bräunen, pardon, röten, zu lassen.

bei dem Wetter kann man schon mal oben ohne!

Und da wir ja schon die Maut gezahlt haben, wollten wir die auch optimal ausnutzen. Also habe ich mir kurzerhand das Kälbchen geschnappt und bin mit ihm nochmal zu Tale geritten. Das Vieh hat zwar in der ersten Kehre beim Runterschalten so mit dem Arsch gewackelt, als ob es mich abschütteln wollte, trotzdem, oder gerade deshalb, bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass das Kälbchen wohl ein ganz schön hormongesteuerter Jungbulle ist.

Die Kurven und Kehren zurück in’s Tal habe ich dann mit so einem Elan genommen, dass ich mir selbst gedacht habe: „ich bin schon die geilste Sau im Stall“, oder, wie ich in der letzten Spanisch-Stunde gelernt habe: „tengo pantalones“, was sich wohl am besten sinngemäß mit „ich habe ganz schön Eier in der Hose“ übersetzen lässt.

Nach diesem Höhepunkt (geografisch, fahrtechnisch und hormonell) ging’s dann eher beschaulich weiter: das Kehlsteinhaus ließen wir, wie den Führerbunker, links bzw. rechts liegen und strebten vielmehr den nächsten Aldi an, um unsere Vorräte für den bevorstehenden Feiertag zu vervollständigen.

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