Secret War

Während unserer Zeit in in der Region Pakxe haben wir eine 2-tägige „Motorrad“-Tour (hier gibt es keinen Ausdruck für Roller) durch das Bolaven-Plateau gemacht. Dieser Landstrich wurde, obwohl in Laos gelegen, während des Vietnam-Kriegs von amerikanischer Seite besonders heftig bombardiert.

Das führt dazu, daß diese äußerst fruchtbare Hochebene in einem der ärmsten Länder der Welt bis heute großteils noch nicht landwirtschaftlich genutzt werden kann, da sie großflächig mit Blindgängern kontaminiert ist.

Hier ein paar bildliche Eindrücke unserer kleinen Rundreise:

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Birgits Minutenprotokoll Pakxe -> Gia Lai

5:30 Tuktuk sollte uns abholen

5:40 Abholung mit Tuktuk 

5:55 Kommen am Busbahnhof an. Sieht nicht ganz aus wie ein klassischer Bahnhof. Eher wie eine Tankstelle flankiert mit Bussen und Müllhalden. 

6:08 Fahren los. Der Minibus ist weitgehend mit Kisten beladen. Zum Glück sind nicht ganz so viele Leute im Bus. Da kann ich mir eine ganze Bank gönnen. Ansonsten hätte ich neben Oliver einen halben Sitz und das beim einem Abstand zwischen den ???? von 15cm. 

6:10 Halten um die Ecke an. Der Fahrer eröffnet uns, dass nun Essenszeit wäre und verlässt den ????. 

6:37 Ein weitere Mitfahrerin kommt, kullert 2 Wassermelonen in die Hutablage und geht essen. 

6:44 Fahren los. Ich nehme Wetten an, wann die Melonen den Fahrradhelmtest ohne Helm machen. 

6:55 Kurzer Stopp.  Mitreisender steigt kurz aus und der Fahrer poliert den Altar auf dem Armaturenbrett. 

6:58 Weitere Mitfahrer werden eingeladen. 

7:36 Stopp in Pakxong an einer Kreuzung, die als Knotenpunkt aller Transportmittel dient. – und weiter

7:45 Es werden 3 Säcke Holzkohle eingeladen. 100m weiter werden Krautköpfe eingeladen. 

8:17 Nächster Stopp im Diskobus. Jetzt kommt noch eine Tischkreissäge hinzu. Und Dumplings gefüllt mit pork und ????. Lecker – weiter

8:29 Eine Tüte Salat ist zugestiegen. 

8:38 Was nun. Einstieg von 2 schwarzen Tüten, eines grünen Sackes und einer neuen Mitfahrerin. Langsam wird es eng. Das Gepäck von hinten holt uns langsam ein. Ich hoffe wir müssen an der Grenze unsere Koffer nicht rausholen. Neben mir rutscht eine Tüte, in der eine ???? Keule sein könnte. 

8:47 Einstieg. Ein Bündel Geld. Nach einer kleinen Defragmentierung des Busses habe ich die vermeintliche Schweinekeule in den Fußraum bekommen. 

8:53 Urlaubserinnerungen kommen hoch. Jetzt habe ich den grünen Sack unter meinen Füßen. 

9:00 Müssen am Kohlenmeiler umdrehen. Ein Mitreisender hat vergessen den Haltewunsch frühzeitig anzukündigen. – Ausgestiegen und weiter. 

9:09 Einstieg: Ein Pass

9:14 Stopp am Busbahnhof 

9:27 Ausstieg: Leiter, Tischkreissäge, diverse Tüten, eine Tasche, ein Koffer, ein Sack und ein Passagier. 

10:37 Wir haben die Grenzstadt erreicht. Da ich kurz geschlafen habe, habe ich garnicht mitbekommen, dass es weitere Zustiege gab. Olivers Fußraum kleidet nun eine Gasflasche. 

10:53 Letztes Beerlao und weiter. 

11:18 Ausstieg aus dem Fenster: Ein Sack Klamotten 

11:23 Eine Mitfahrerin und die ???? steigen aus. 

11:24 Stopp an einer Werkstatt. Werden die Kohlköpfe weiter hin und hergeschoben, dann gibt es bald Kimchi. Es wird langsam leer hinten drin. Mehrere Kisten verlassen den Kofferraum alias Rückbank. 

11:33 Über dem Fahrersitz ist ein Lüftungsgitter mit ca. 1,5×0,5m. Dieses wurde gerade abmontiert und diverse Tüten, aus einer hing ein blutiger Knochen, wurden die Luke dahinter geschoben. Jetzt versuchen gerade 3 Leute das Gitter wieder zu montieren. Möglicherweise muss die halbe Sau doch noch raus. 

11:41 weiter geht es, tropft da Blut aus dem Lüftungsgitter?

11:58 Stehen im Nirgendwo. Das Lüftungsgitter wird noch ma nachgezogen und ein weiterer Passagier steigt ein. 

12:09 Ein pinker Besenkopf von der Gepäckablage ist auch mich gefallen. 

12:34 Werden von 2 Personen mit Militäruniformen gestoppt. Nach der Spende eines Henkels ???? erfolgte die Prüfung des Fahrzeugs und der Insassen rudimentär. Wir würden mit good bye begrüßt. 

12:50 Während der Fahrt geht die ???? Tür auf und der Müll wird rausgeworfen. Nachdem das geschafft wurde noch schnell eine Zigarette im Bus geraucht. 

13:14 Es riecht nach Gas. Sind die Flaschen etwa undicht?

13:15 Ausstieg: Gestänge und Schlauch. 

13:33 Sind der Grenze schon ganz nah. Hoffentlich hört danach das Geschaukel auf. Stopp, warum auch immer. Fliegen jetzt noch die Kohlköpfe alias Kimchi raus? Zustieg: Ein Karton mit Lackdosen. 

13:50 Sind nun ausgeeist und fahren weiter. Der Salat hinten wird langsam welk. Fahren jetzt im Niemandsland. Hoffentlich müssen wir hier nicht bleiben. 

14:01 und eingereist. Nur noch kleine 4️⃣Stunden bis zum Ziel. 

14:15 Nachkontrolle der Pässe erfolgreich. Die ???? Keule zu meinen Füßen schwitzt etwas. 

14:25 Zustieg: 2 Omas mit einer Pharma Kiste. So wie es hier riecht, ist hier heute wohl auch Müllverbrennungstag. Wir können nun noch 3 Tüten Blumenkohl willkommen heißen 

14:41 Ausstieg Kohlköpfe alias Kimchi. Das nässende Schwarze an meinen Füßen fängt an zu riechen. 

Die 1. Grenzstadt wirkt doch gleich etwas modänder. Die Marktwaren liegen auf Tischen, die Läden wirken sauber, hier und da ein Propagandaplakat und Fahrbahnbegrünung. 

14:52 Stopp. ??

15:54 Bin kurz eingeniggt. Müssen tanken. Nur noch 35km Luftlinie nach Gia Lai. 

16:30 Sind jetzt in Pleiku und der nächste ist ausgestiegen 

16:37 Frau mit ???? verlässt uns. Es werden auf dem Weg neue ???? eingeladen.  

16:48 Wir verabschieden uns von den Kohlköpfen und verlassen den ????. Hoffentlich denkt noch jemand an das ???? hinter dem Lüftungsgitter. 

Birgits Minutenprotokoll Busfahrt Pleiku -> Buon Ma Tuoth

10:30 Kaufen ein Ticket für 11:30. Unterhaltung nicht möglich. Wir schreiben das Ziel und die Abfahrtszeit auf einen Block und die Dame am Schalter schreibt den Preis auf. 

11:17 Werden in der Schalterhalle abgeholt. Juhu, wieder ein Minibus. Bei dem ist schon Weihnachten, zumindest leuchten alle Warnleuchten, die es gibt und rot sind (Anmerkung Oliver: insbesondere die mit dem Brems-Symbol haben uns nervös gemacht)

Immerhin ist der Bus nicht voll und wir können uns 3 Sitze teilen. Mein Knie drückt leider der Vorderfrau in den Rücken. – 170 km noch im fahrenden Sarg. 

11:25 Stopp am Kreisverkehr. 

11:36 weiter

12:21 schlapp, schlapp, schlapp. Überraschung : wir haben auf dem Weg wohl die Lauffläche eines Reifens verloren. Zum Glück sind wir nur mit dem Höllentempo von 50 km/h unterwegs. 

12:30 Der Reifenwechsel ging wirklich schnell. Scheinbar hat man hier Übung. Und weiter. 

12:49 Die Karre macht mich fertig. Eben gab es einen Knall ???? mit anschließendem Dampf/Staub/Luftausstoss. Ein kurzer Blick aus dem Fenster und der Fahrer und Beifahrer beschließen, dass nichts ist. Scheinbar ist der Reifen ohne Lauffläche nun geplatzt. 

12:54 Der Wagen hält und der Beifahrer telefoniert. Haben jetzt gewendet und fahren zurück. Was ist los? Wurde eine Bushaltestelle übersehen? Zum Glück ja, eine Frau mit Hut steigt ein. Aber wir fahren immer noch in die falsche Richtung. Ich hätte wohl mehr Reisetabletten alias mir-doch-scheissegal Tabletten kaufen sollen.

13:00 Haben gewendet und fahren jetzt wieder Richtung Süden.

13:33 Halten an und der Beifahrer versucht einen in den Bus zu zerren. Der will aber nicht. Hoffentlich sind wir bald da. 

13:45 Noch 68km

15:01 Der Höllenritt ist nun beendet und wir können in ein neu aussehendes Taxi einsteigen. 

Fahr(ten) zur Hölle

„Ich glaub‘, ich werd zu alt für den Scheiß!“. Harte Worte von Birgit, aber ich muss zugeben, mein Hintern hat eine gewisse Tendenz, sich anzuschließen. Gerade sind wir, nach einer 4-stündigen Fahrt, in Buon Ma Tuoth, der Kaffee-Hauptstadt Vietnams angekommen. In einem der letzten Einträge habe ich noch was von „schlecht gefahren“ und „gut gelaufen“ geschrieben. Nach gestern und heute bin ich mir nicht mehr so ganz sicher, ob an diesem Satz wirklich so viel Wahres dran ist. 

Gestern sind wir aus Laos aus- und in Vietnam eingereist. Die 12-stündige Busfahrt hat uns definitiv weit aus unserer Komfort-Zone herausgeführt. Über die Beschreibung der Fahrten an sich  brauche ich mir zum Glück keine Gedanken zu machen: ich werde einfach Birgits Minutenprotokolle veröffentlichen.

Neben den mobilen Abenteuern, Unwägbarkeiten und Strapazen stand dann gestern noch der erste Land-Grenzübergang seit Südamerika-Zeiten auf dem Programm. Und das sogar noch unter verschärften Bedingungen, denn:

  • in Südamerika beherrschten wir immerhin ein paar Brocken Spanisch
  • waren wir immer im Pulk mit anderen Travellern unterwegs
  • wussten wir, daß wir den ganzen Kontinent visumsfrei bereisen durften

Hier hingegen:

  • konnten wir nichtmal die Buchstaben des geschriebenen Worts lesen, geschweige denn unseren Fahrer, die Mitreisenden oder den Grenzer verstehen (und vice versa)
  • waren unsere Mitreisende Schmuggler, Schweinehaxen und Gasflaschen (siehe Protokoll)
  • gibt es für uns zwar auch Visumsfreiheit, aber erst seit Kurzem; wir waren uns nicht sicher, ob die Grenzer das auch wissen

Bei der Einheimischen vor uns gab es bei der Ausreise wohl ein paar Komplikationen, aber nichts, was man nicht mit einem niegelnagelneuen 5-Dollar-Schein hätte beheben können. Zum Glück war der Grenzer mit dessen ausgiebiger Betrachtung so beschäftigt, daß er unseren Pässen allenfalls die notwendigste Aufmerksamkeit schenkte.

In Pleiku angekommen, bezogen wir unsere Zeitmaschine: das Hotel, das erste Haus am Platze, atmete den Geist  hochstrebender sozialistischer Architektur und Ansprüche. Dem konnte selbst der wild blinkende Weihnachtsbaum in der Lobby und das rund um die Uhr dudelnde Medley aus „Jingle Bells“, „Santa Claus is coming“ und „Should all acquaitance“ kaum etwas anhaben. Genau so wie dieses Hotel stelle ich mir die Inter-Hotels in Ost-Berlin, Bukarest oder Sofia um das Jahr 1984 vor. Oder die Touristen-Hotels in Nordkorea heute.

Reise, Reise

Über den Unterschied zwischen Touristen und Travellern  habe ich mich in diesem Blog ja bereits mehrfach ausgelassen. Was mir jedoch erst (oder wieder?) jetzt klar geworden ist, ist der Unterschied zwischen einem Urlaub und einer Reise. Reisen impliziert Abenteuer, Unwägbarkeiten und Strapazen.

Daran gemessen waren unsere Aufenthalte in Malaysia, Süd-Korea und China, und sogar große Teile unserer „Weltreise“ ziemlich eindeutig Urlaube. Ok, auch hier in Laos mag sich der Aspekt der Abenteuer und Unwägbarkeiten in überschaubaren Grenzen halten, zumindest die Strapazen haben definitiv das Prädikat „Reise“ verdient.

Die hier beschriebene Fahrt von Viang Veng nach Pakxe, 800km durch Laos, war eine der strapaziösesten (und bisweilen auch eine der abenteuerlichsten), die wir bisher unternommen haben. Das beste vorweg: Birgits rein pflanzliche Medikamente haben meine Verdauung wieder soweit auf Vordermann gebracht, daß ich weder die angekündigte Immodium-Infusion noch Windeln benötigt habe, um die 24-Stunden-Tour (davon 13 am Stück) zu überstehen.

Los ging’s gestern Morgen mit dem Minivan in die Hauptstadt Vientiane. Der Wagen war, für hiesige Verhältnisse, optimal ausgelastet (in Südamerika hätte man da sicher noch ein paar Leute auf Schößen oder Plastikhöckerchen untergebracht). Wir hatten das Glück, vorne sitzen zu dürfen. Glück war das Hauptsächlich für mich, Birgit musste auf einem Notsitz in der Mitte Platz nehmen, der eigentlich nur ein Kissen direkt über dem Motorblock war. So richtig bequem wäre mein Platz allerdings auch nur gewesen, wenn ich nicht unsere Rucksäcke zwischen und auf den Beinen gehabt hätte. Was soll’s, bei uns sagt man: „lieber schlecht g’fahre als gut geloffe“.

In der Hauptstadt hatten wir dann 6 Stunden Zeit, uns die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Die Top-Empfehlung des Reiseführers, Laos‘ größte Fabrik für Prothesen (kein Witz!), lag leider zu weit außerhalb, so daß wir diese Attraktion leider auslassen mussten. Auch ansonsten konnten wir der Stadt nicht viel (besser: gar nichts) abgewinnen. Ok, gar nichts mag dann doch etwas übertrieben sein. immerhin hatten wir in einer französischen Bäckerei ein leckeres belegtes Baguette. Außerdem konnten wir in der Agentur, in dem wir unsere Tickets für die Weiterfahrt gebucht haben, unser Gepäck abstellen, Zuflucht vor dem stechenden Planeten nehmen und es gab kühles Bier und Internet. Kurz kam uns der Gedanke, ob das wohl auch in einem deutschen Reisebureau möglich wäre …

Um den Rest der Fahrt zu beschreiben, erlaube ich mir, Birgits Minutenprotokoll unverändert und unkommentiert hier wiederzugeben:

18 Treffpunkt sm Hostel

18:30 Grosses Tuktuk ährt über Umwege zum Busbahnhof

19:30 Abfahrt mit dem Seelenverkäufer leider ohne einen 1 und 3 Gang. Fahren an der Autobahnauffahrt vorbei. Wohl wegen des Mindestempos von 40kmh

20:05 Bus möchte wenden, allerdings geht der Rückwärtsgang nicht. Stehen jetzt quer auf der Strasse

20:16 Juhu, der Bus kann durch manuelle Nacharbeit wieder rückwärts fahren. Auch der 1. geht wieder. Allerdings der 2. wohl nicht mehr. 

20:18 Sind jetzt beim Südbahnhof. 

20:40 Es geht weiter. Da aber der Rückwärtsgang nicht geht musste erst noch ein anderer Bus weg. Dann geht es mit voller Kraft im 1. Gang voraus. 

21:56 Der ???? steht mal wieder. Warum auch immer .. Ist jetzt der 1. Gang auch weg?

22:06 Der ???? fährt wieder. 1., 2., 3., 4. wow. Wir übersteigen die 50kmh

22:25 Der ???? Brettert über die Landstraße. Er hat wohl etwas Zeitnot

23:57 Stopp bei ein er ?Raststättte

02:15 Nächster Stop. ? Raststätte 

02:38?stopp

4:11 stopp weiter mit um die 55 km/h

4:21 Irgendwo im Nirgendwo

4:26 wieder ein Gang gefunden, ich habe Rücken

5:51 Gang mal wieder raus, 

6:03 Gang fast drin. Es reicht für den 2ten. Weiter geht es. 

6:15 Es riecht verbrannt. – Der Reifen ist wohl nicht nur platt. Immerhin haben sie noch einen. Mal sehen, ob der passt. 

Nach dem letzten Eintrag ging die Fahrt dann noch 3 Stunden weiter, die Birgit aber nutzte, um ein paar Minuten die Augen zu schließen. Allerdings verlief dieser Teil der Fahrt auch weitestgehend unspektakulär, wenn man davon absieht, dass der Bus noch kurz vor der Endstation seine Dach-Klimaanlage verlor.

weiblich, ledig, deutsch …

… daß das die Attribute eines Großteils der Traveller in SOA sind, haben wir bereits auf der 2014er Reise gelernt. Im Wesentlichen ist das hier in Laos auch nicht anders, doch während wir seinerzeit vorwiegend auf Abiturientinnen und Stundentinnen getroffen sind, scheinen nicht wenige der Frauen hier auf Abschiedstournee zu sein. 

In Luang Prabang galt das oben gesagte in verschärftem Maße. Unser Frühstück mit selbst gemachter Marmelade und deutschem Müsli nahmen wir gemeinsam mit einer Mitt-20erin, einer mitt-50-erin (die die Region für 1/2 Jahr bereist, und das hauptsächlich per Mountainbike und Motorrad) und einer Mitt-70erin (die kein Problem damit hatte, sich an eine Zip-Line hängen zu lassen) ein. 

Hier, auf unserer nächsten Etappe in Vang Vieng, findet man zwar auch noch die eine oder andere Best-Agerin, insgesamt spricht der Ort aber eher das jüngere Publikum an. So er denn überhaupt irgendein Publikum anspricht. Bis vor kurzem hatte VV den Ruf, der (verschärfte) Ballermann Südostasiens zu sein. Die Touristen ließen sich in Traktorreifen (bzw. derer Schläuche) den Fluß hinab treiben und steuerten regelmäßig schwimmende Bars an, um dort den einen oder anderen Eimer Whiskey oder eine   mit psychoaktiven Kräutern gewürzte Pizza zu konsumieren. Damit die Kultur auf diesem Trip nicht zu kurz kommt, wurden natürlich auch die auf dem Weg liegenden Tempel besucht. Aus irgendeinem Grund hatte wohl ein Großteil der Einheimischen gewisse Probleme mit den (naturgemäß während des Badespaß‘) knapp bekleideten und auch nicht immer ganz nüchternen, höflichen und respektvollen Besuchern. Als Konsequenz daraus wurde diese Einnahmequelle trockengelegt. Allerdings ist man mit dem Erschließen der nächsten (DINKs, Familien, Best-Agerinnen, Abenteuer- und Öko-Touristen) noch nicht wirklich weit gekommen. 

So macht Vang Vieng einen komisch undefinierten Eindruck auf uns: überdimensionierte Clubs, aus denen ohrenbetäubende Musik tönt (und in denen sich die Bediensteten hauptsächlich mit ihrem Handy beschäftigen), große Hotel-Komplexe, von denen nicht klar ist, ob sie gerade auf- oder abgebaut werden, hunderte Tour-Agenturen, die alle das gleiche Programm anbieten (Rafting, Hiking, Caving), und, besonders bitter für uns: nicht ein einziges ordentliches Restaurant! Das kulinarische Angebot beschränkt sich im Wesentlichen auf Pizza (mittlerweile ohne „Herbs“), Burger und Pfannkuchen. Top-Empfehlungen des Lonley Planet Reiseführers sind ein irisches Pub und eine deutsche Wirtschaft.

Wobei ich zugeben muss, daß mein Appetit aktuell sowieso (mal wieder) etwas eingeschränkt ist: ich hätte wohl doch die Finger von den, den ganzen Tag in der Sonne vor sich hin gärenden, Hühnerköpfen und -Krallen lassen sollen :(

Morgen geht’s dann mit dem Minivan zunächst in die Hauptstadt Vientiane (Fahrzeit 3 bis 4 Stunden), dort gönnen wir uns ein paar Stunden Aufenthalt, um alle Sehenswürdigkeiten der Stadt abzuklappern, danach nehmen wir den Nachtbus (12 Stunden) nach Pakxe im Süden des Landes. Ich lege mir am besten direkt eine Immodium-Infusion an. 

Luang Prabang

Luang Prabang

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