Heidi

In etwas mehr als 2 Wochen geht’s los. Höchste Eisenbahn also für den „Kick-Off“ Beitrag.

Womit wir schon unmittelbar beim Thema wären: China ist ja bekanntermaßen ziemlich groß. Und da wir mit unseren 11 Tagen eher wenig Zeit haben, haben wir beschlossen, nur eine kleine Runde zu machen: Peking, Xian (das ist die Stadt mit der Terrakotta-Armee), Shanghai und zurück nach Peking. Wobei  „klein“hier eher relativ ist: eine überschlägige Abschätzung mit Google Maps zeigt ca. 3.700 km Reisestrecke an.

Dass China kein ganz so einfach zu bereisendes Land ist, haben wir (mal wieder) bei der Beantragung der Visa erfahren müssen. Neben den üblichen Informationen (Einkommen, Lebensverhältnisse, Verwandtschaft) wird von Individualtouristen gefordert, dass sie für ihre gesamte Reise bestätigte Hotel-Buchungen vorlegen können. Da unsere neue Lieblings-Beherbergungs-Vermittlungs-Plattform airbnb in China bestenfalls nicht anerkannt wird (und die vermittelten Unterkünfte wohl in den meisten Fällen illegal sind), entfällt diese Option schon einmal. Immerhin: auch auf booking.com (yeah!) finden sich genügend attraktive Unterkünfte. Und das Beste: diese Unterkünfte sind kurzfristig stornierbar, falls das mit den Visa nicht klappen sollte ;-)

Neben Zeit und Nerven kostet so ein China-Visum auch nicht unerheblich Geld: exakt 333,30 EUR durften wir überweisen, bevor wir unsere visierten Pässe zurückerhielten.Und das, obwohl (besser: weil) wir uns für die DIY-Variante des Antrags entschieden haben. Hätten wir eine Agentur damit beauftragt, wären ca. weitere 160 EUR fällig geworden. Auf der anderen Seite: dann hätten wir den Sonntag vor 3 Wochen wahrscheinlich irgendwie besser nutzen können.

Wie dem auch sei: die Unterkünfte sind gebucht, die Visa da, was will man mehr? Ach ja, da war noch was: China hat, zumindest in der Region, die wir bereisen, ein sehr gut ausgebautes Schnellbahn-Netz.Das scheint aber etwas anders abzulaufen, wie wir das aus Deutschland gewohnt sind. Rein in den Bahnhof, Ticket kaufen, rein in den Zug, schlimmstenfalls stehen … ist wohl nicht. Korrekterweise müssen die Tickets über eine Agentur reserviert werden. Irgendwann, relativ kurzfristig vor der Reise, werden die Tickets dann von der zuständigen staatlichen Stelle freigegeben. Und wenn man Glück hat (und die beauftragte Agentur schnell genug ist), bekommt man einen Voucher für ein Ticket zugewiesen. Mit diesem Gutschein und seinem Reisepass kann man dann am Schalter im Bahnhof seinen Fahrberechtigungsausweis abholen.

Wir haben Berichte gelesen, dass am Schalter natürlich niemand Englisch spricht und Bilder gesehen, auf denen sich die Warteschlange vor der Ticket-Ausgabe von Pol zu Pol erstreckt hat.  Gut, damit können wir leben, schließlich haben wir ja eine gewisse Routine. Was mir aber wirklich Kummer macht ist die Sache mit den Pässen. Oder richtiger: mit dem Pass, nämlich dem von Birgit. Egal was man hört oder liest, überall wird darauf hingewiesen, dass einem kein Ticket ausgehändigt wird, wenn der Name aus dem Antrag nicht exakt mit dem im Pass übereinstimmt. Leider ist die Sache mit dem Namen im Pass nicht so eindeutig wie man vielleicht vermuten würde: da gibt es zum einen die normalen Angaben oben und zum anderen die maschinenlesbare Zeile unten.

Ich heiße Oliver Schmiedel (wir konnten uns damals keinen zweiten Vornamen leisten ;-), und das steht sowohl im Pass oben als auch unten und genauso im Visum. Birgit hingegen heißt oben Birgit Heiderose Gramlich-Schmiedel, unten und im Visum aber Birgit Gramlich-Schmiedel. Nicht zum ersten Mal stehen wir vor der Frage, ob Heidi mit auf die Reise gehen soll. Gemäß demokratischer Prinzipien (unten + Visum ergeben eine 2/3 Mehrheit) haben wir  beschlossen, sie zu Hause zu lassen. Hoffentlich hat der chinesische Bahnbeamte ein ähnliches Demokratieverständnis …