Swamp

es ist wieder mal so weit: ich liege im Hostel auf dem Bett und überlege mir krampfhaft, wie ich den ersten neuen Beitrag in unserem Yodo-Blog einleiten soll. Nun ja, üblicherweise beginne ich mit der Beschreibung des Flugs. Der verlief aber mal wieder so reibungslos unspektakulär, dass ich ohne Weiteres einfach die entsprechende Passage aus dem letzten Reisebericht hierher Copy’n Pasten könnte. Um aber doch irgendwie einen Einstieg zu schaffen: ich bin mittlerweile wieder zum echten Fan unserer Kranich-Airline geworden: vernünftige Abflugs- und Ankunftszeiten, modernes fliegendes Gerät, einen Kapitän, dessen Durchsagen man versteht (auch die englischen), (fast) genießbares Essen, hübsche Stewardessen … was will man mehr – ok, Beamen wäre super … oder First-, Business oder Premium Economy-Class …

Auch die Themen Immigration und Flughafentransfer verdienen ob ihrer Komplikationslosigkeit mal wieder keine Erwähnung in unserem Blog. Einzig ein kleiner Schreck ereilte uns, als Birgits Kreditkarte beim Versuch, Geld abzuheben, Sicherheits-gesperrt wurde. Aber auch das hatten wir schon öfters und konnten die Bank bei einem Anruf durch das Beantworten kniffliger Testfragen von unserer authentischen Identität überzeugen (Frage 1: „wann und warum wurde Ihnen schon mal die Karte wegen Missbrauch durch Dritte gesperrt“ – Antwort: „ja, das ist aber schon ’ne Weile her“; Frage 2: „wo haben Sie im November 2015 mit der Karte ein Hotel gezahlt?“ – Antwort: „keine Ahnung, das ist ja schon ewig her … vielleicht Malaysia oder Thailand? … könnte aber auch Ludwigshafen gewesen sein“).

Was gibt’s darüber hinaus noch zu erzählen? – nicht viel, daher hier ein paar erste Eindrücke in Kurzform:

  • Seoul erscheint uns wie eine Melange aus Tokyo und Bangkok: allgegenwärtige Beschallung wie in Tokyo (nur doppelt so intensiv), Geruchskulisse („Gruß aus der Kanalisation“) wie in Bangkok (nur halb so schlimm)
  •  A Propos Beschallung: hier wird man nicht nur von Personen, sondern auch von allen Arten Maschinen (Autos, Ampeln, Lifte, Rolltreppen, Geldautomaten, …) zugetextet. Zu unserer Überraschung redete der Einwanderungs-Automat am Flughafen sogar Deutsch mit uns
  • die Rezeptionistin hier in unserem hippen Hipster-Hostel textet uns, im Gegensatz zu unserem teutonischen Flugkapitän, mit einem absolut unverständlichen Englisch zu (und ich verwehre mich ausdrücklich gegen Birgits Behauptung, das könnte an meinem teutonischen Gehör liegen)
  • koreanisches Bier wird komplett ohne Hopfen gebraut, was über kurz oder lang dazu führen könnte, dass ich Beck’s (oder notfalls sogar Heineken) dem „local beer“ bevorzöge
  • der miese erste Eindruck vom Bier wurde durch das Streetfood (bisher: Spiegelei auf süßem Hefeteig, Meeresfrüchte am Spieß und mit Reisschleim gefüllte Würstchen) mindestens kompensiert

… ok, wir haben jetzt 18:30 local time, was 11:30 in Köln entspricht. Damit bin ich jetzt seit ziemlich genau 30 Stunden wach und mir will nichts Sinnvolles mehr einfallen. Schlafen ist allerdings auch noch nicht drin, da ansonsten spätestens um 3:00 Uhr nachts lokal der Jetlag erbarmungslos zuschlüge und sich damit auch die nächsten Tage breitmachen würde.

Während ich den letzten Absatz geschrieben habe ist mir dann doch noch etwas Bemerkenswertes eingefallen: unser Flug von Frankfurt nach Seoul führte „oben rum“, also über den Polarkreis. Damit ging für uns, obwohl wir ja nach Osten, also eigentlich in die Nacht, geflogen sind, während des gesamten Flugs die Sonne nicht unter.