38°N

Diesmal also Korea. Wieder eine Destination, die man nicht wirklich als typisches teutonisches Reiseland bezeichnen kann. Sehr zu Birgits Verdruss gibt es nicht einmal einen deutschen LP-Reiseführer.

Das Land hat sich in einem dramatischen Finale gegen die Toskana, eine griechische Insel (deren Namen haben wir schon wieder vergessen haben) und Thailand durchgesetzt. Die Tickets sind gebucht (mit einem Kranich-A380), und die Tradition will, dass das mit einem Eröffnungs-Beitrag im Yodobashi-Blog gebührlich gefeiert wird.

Ok … Korea also … warum? Was erwartet uns dort?  Was erwarten wir? mmmh …  machen wir doch erstmal Brainstorming, was uns zu diesem Land einfällt:

  • Korea ist seit den 50er Jahren längs des 38. Breitengrads geteilt
  • in dem Krieg, der zur Teilung des Landes führte, gab es auf amerikanischer Seite ein mobiles Armee-Lazarett, in dem es überaus lustig zuging
  • die Hauptstadt des kommunistischen Nordens, Pjönjang, ist der östliche Endpunkt der Achse des Bösen
  • laut unserer Presse herrscht dort eine pummelige Diktatoren-Karikatur über eine Hunger leidende Bevölkerung und bedroht die freie Welt mit selbstgebastelten Atom- und H-Bomben
  • so eine richtige Bedrohung ist das aber gar nicht, da die Bomben wahrscheinlich genauso wenig funktionieren wie die Träger-Raketen …
  • … oder vielleicht doch … ?
  • … wahrscheinlich nicht, aber man weiß ja nie! …
  • … deshalb finden alljährlich Südkoreanisch-Amerikanisch-Japanische Manöver statt
  • die Rhetorik zwischen Nord und Süd (insbesondere während dieser Manöver) scheint mir wie eine „Kuba-Krise Light“
  • „Stalinistische Architektur“: Bilder aus Pjönjang erinnern mich an die Frankfurter Allee in den 80ern
  • ich würde mich gerne von dieser Zeitmaschine 50 Jahre zurückversetzen lassen, aber die Einreise in diesen Arbeiter- und Bauernstaat ist wohl für Otto-Normal-Traveller nicht (mit vertretbarem Aufwand, und schon gar nicht so kurzfristig) möglich

Naja, das meiste was uns einfällt, hat hauptsächlich mit dem Teil des Landes zu tun, in den wir nicht reisen dürfen. Was fällt uns also konkret zu Südkorea sein?

  • das Land ist eine ostasiatische Best-Of Mischung aus BRD (Maschinen- und Fahrzeugbau mit Hyundai und Kia) und Japan (Unterhaltungselektronik mit LG und Samsung)
  • in der Hauptstadt Seoul waren vor nicht allzu langer Zeit mal Olympische Spiele
  • Nationalgericht ist Kimchi, eine höllisch scharfe Sauerkraut-Variante
  • K-Pop bezeichnet eine schrill-bunte, quietschige Jugend-Kultur, die spätestens mit Gangnam Style auch zu uns übergeschwappt ist
  • die koreanischen Piloten, die beim Anflug auf KSFO zu kurz kamen, hießen „Sum Ting Wong“, „Wi To Lo“ und „Ho Lee Fuk“

Zugegeben: so ganz arg viel ist das nicht! Was für ein Wetter erwartet uns? Wo muss man gewesen sein? Was muss man gesehen haben? Was muss man (außer Kimchi) gegessen haben? Dazu kann ich momentan nur sagen: wir werden es herausfinden. Und: wir freuen uns darauf, es herauszufinden!