Vilcabimbes, Hauptstadt der Zottel und Ausgestiegenen

Und wieder mal liege ich in einer Hängematte, mittlerweile funktioniert das Tippen hier auch schon ganz flüssig. Wir befinden uns jetzt auf unserer letzten Etappe in Ecuador, in Vilcabamba. Die Betreiber dieser Lodge heißen Peter und Dieter und gestern Abend haben wir uns eine ordentliche Portion Kässpätzle gegönnt. Die waren zwar lecker, haben aber meinen Verdauungstrakt daran erinnert, dass er noch eine Rechnung mit mir offen hat. Wie dem auch sei, von so einer Kleinigkeit wie einem nächtlichen Pendelverkehr zwischen Zimmer und geteiltem Abort (komischer Ausdruck, kommt wahrscheinlich vom englischen „shared“ Bathroom) lass ich mir doch den Urlaub nicht verderben!

Wie schon geschrieben lagen zwischen dem Dschungel und hier noch 2 Nächte in Cuenca. Das ist nicht nur die Heimat des Panama-Huts, sondern auch ansonsten eine lebendige, „schmucke“ und sehr internationale Stadt, eindeutig die angenehmste Großstadt, in der wir bis jetzt hier waren. Von dort aus hieß es mal wieder fast einen ganzen Tag im Bus zu verbringen. Erst dachte ich, unser Bus sei kaputt, weil er so komisch klang. Nach einer Weile habe ich dann kapiert, dass er mit einer Wirbelstrombremse ausgestattet ist und das komische Geräusch das fehlende, mittlerweile so vertaute Pumpen der Bremse war.

Zu Vilcabamba: das Dorf nennt sich selbst „das Dorf der ewigen Jugend“, da es hier wohl signifikant viele Ü100 gibt (ich meine Jahre, nicht Kilo!). Warum dem so ist, darüber gibt der Wiki-Artikel eine ziemlich spekulative Antwort, in der auch bewusstseinserweiternde Substanzen eine Rolle spielen. Von diesem Umfeld fühlen sich natürlich Zottel und Esos aus aller Herren Länder, vor allem aber, wie kann es anders sein, aus Deutschland angezogen. Mehr als einmal kam mir der Gedanke, dass hier am Ort noch ein Kamm-Geschäft fehlt. Dafür kann man an jeder Ecke in seiner Muttersprache (oder noch schlimmer: Österreichisch) um den Preis für kleine Kunsthandwerk-Objekte (garantiert kein Kitsch!) feilschen.

Was die Bewusstseins-Erweiterung angeht: ich bleibe lieber beim traditionellen, nass-chemischen Verfahren. Zu diesem Zweck wird hier übrigens zu den Kässpätzle ein ganz ordentlicher chilenischer Roter  serviert, der mir aber wegen meines „Malörchens“ auch nicht so recht munden wollte.

Heute Morgen waren wir wandern, aber nur eine kleine Tour (ca. 4 Stunden), da die größeren und anspruchsvolleren nur mit Guide möglich sind (was nicht unwesentlich mit Raubüberfällen zu tun hat). Jetzt zieht sich gerade der Himmel wieder zu und in spätestens 1/2 Stunde wird es hier wieder für ca. eine halbe Stunde Katzen und Hunde regnen. Laut Dieter ist das hier normal, schließlich ist gerade Regenzeit. Zu unserem Pech mussten wir gestern just während dieser halben Stunde ankommen, was dazu führte, dass wir erstmal den Inhalt unserer Rucksäcke trocken legen mussten (@Artur: auch unsere Rucksäcke sind nicht wirklich wasserdicht).

Für heute Abend haben wir eine 75-minütige Ganzkörper-Massage bestellt, die uns hoffentlich optimal auf die ca. 10-stündige Busfahrt nach Peru vorbereiten wird. Zusammenfassend können wir für Ecuador sagen: alle relevanten Sehenswürdigkeiten sind abgehakt und der Zeitplan ist nur minimal überzogen.

Sonderausgabe „Fleisch“

Da ich mich immer noch ziemlich „leer“ fühle, gibt es heute nur diese kurze Status-Meldung: nach schlappen 18 Stunden Busfahrt, auf der wir ca. 470 km hinter uns gebracht haben, sind wir jetzt in der Heimatstadt des Panama-Huts, in Cuenca (immer noch in Ecuador!).

You can checkout any time you like, but you can never leave

Ich hoffe, das hier wird nicht zu unserem „Hotel California“. Aktuell haben sich die Chancen hierfür verbessert, denn der Regen, der aus dem Fluss einen reißenden Strom gemacht hat, hat aufgehört. Mit dem 24-stündigen Regen fiel auch die geplante ganztägige Tour noch tiefer in den Regenwald (schlagartig wird mir beim Schreiben jetzt auch klar, woher der seinen Namen hat) in’s Wasser. Das ist aber nicht ganz so schlimm, denn heute hat zum ersten Mal das zugeschlagen, was man in Mittelamerika „Montezumas Rache“ (und bei uns Dünnschiss) nennt. Zum Glück hat es mich erwischt. Damit musste ich zwar etwas leiden, dafür blieb mir der „sterbende Schwan“ erspart. Trotzdem ist der Gedanke, in diesem Zustand 7 Stunden durch den Wald zu rennen, nicht richtig erbaulich.

Noch unangenehmer ist allerdings der Gedanke, in diesem Zustand morgen 8 Stunden Bus zu fahren. Die Busse hier sind zwar immer mit einer sehr lauten Stereo-Anlage ausgestattet, haben aber niemals Toiletten. Momentan sieht es zwar so aus, als ob ich „über den Berg“ wäre, für den Notfall gibt es ja zum Glück noch Immodium, das tackert einem förmlich das A…loch zu. Damit hat auch der Rückflug aus Thailand in weit schlimmerem Zustand geklappt.

Ansonsten gibt es von heute nicht viel zu berichten: in Wesentlichen haben wir die Cabaña gehütet und die Nähe zu den sanitären Installationen gesucht. Vielleicht an dieser Stelle ein paar Worte zur Cabaña: das ist eine Hütte, die, ähnlich einem Doppelhaus, in 2 Wohneinheiten aufgeteilt ist. Allerdings ist der gemeinsame Dachstuhl offen, so dass zumindest akustisch (und ggf. auch olfaktorisch) eine intime Nähe zum Nachbarn entsteht. Bisher war das für uns nicht relevant, da unsere Nachbar-Doppel-Cabaña -Hälfte unbewohnt war. Heute haben wir jedoch Nachbarn bekommen, natürlich Deutsche.

Hinter unserer Cabaña befindet sich eine Veranda mit obligatorischer Hängematte. Als ich mich heute Mittag von einer anstrengenden Sitzung dort erholt habe, sah ich zu meinem großen Entzücken tatsächlich wildlebende Affen in den Bäumen spielen. Dachte ich zumindest, denn leider erklärte uns die propere Helvetin beim Mittagessen, dass das die Affen aus der benachbarten und zum Projekt gehörigen Station für schlecht behandelte Tiere (will sagen: dem Zoo nebenan) seien.

Welcome to the Jungle

Ich kämpfe gerade einen heiligen Kampf bei dem Versuch, in meiner Hängematte liegend zu tippen. Heute Nacht wollte ich sogar in der Hängematte schlafen, aber das hat sich für mich als Bauchschläfer als nicht praktikabel erwiesen. Gerade haben wir unsere schlimmsten Stiche mit der hiesigen Version von Azeron (wir erinnern uns: „wenn Dich eine Mücke sticht, nimm Azeron, dann juckt es nicht“) behandelt und um uns herum zirpt es in der Lautstärke eines Düsen-Jägers. Kurzum: Welcome to the Jungle!

Rückblickend möchte ich aber sagen, das abenteuerlichste dürfte die Busfahrt hierher gewesen sein. Dabei meine ich nicht die immer noch pumpenden Bremsen oder die mitreisenden Hinkel, daran gewöhnt man sich. Mit den für kleines Geld von fliegenden Marketendern dargereichten Speisen (z.B. gekochte Pommes mit Fleisch) erscheint einem Bus-Fahren hier mit der Zeit sogar einigermaßen angenehm. Ich meine den Nervenkitzel, an der richtigen Stelle in die richtige Linie in die richtige Richtung umzusteigen.

Und wiedermal haben wir es, wie durch ein Wunder, geschafft, unser Wunsch-Ziel ohne größere Umwege zu erreichen. Empfangen wurden wir hier von einer Volontärin mit bezauberndem Schweizer Akzent (ihre Gestalt ist leider nicht ganz so bezaubernd), deren oberste Pflicht es war, uns zu allererst einmal in die Grundsätze und Prinzipien (ist das nicht das gleiche?) des Projekts einzuweihen: natürlich ist dies hier nicht einfach eine Herberge, in der der Übernachtungswillige gegen Bezahlung Kost und Logis erhält, sondern Teil eines umfassenden, auf soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Tierschutz (s.u.) ausgelegten Ganzen. Erst nachdem wir diesen Vortag über uns haben ergehen lassen, konnte ich mir mein erstes, gefühlt wohlverdientes, Bier bestellen.

Unsere Cabin ist wohl das, was man als zweckmäßig bezeichnen würde, aber nicht ohne einen gewissen Luxus: das Wasser kann getrunken und das Papier in die Schüssel geschmissen werden. Nicht zu vergessen der Romantik-Faktor, z.B. beim Klo-Gang bei Kerzenschein (leider haben wir noch keine Möglichkeit gefunden, unseren Digital-Zoo mittels Kerzen zu laden).

Heute Morgen haben wir dann, mit einem persönlichen Guide, eine erste Tour in die Tiefe des Waldes unternommen. Die Tiere, außer Ameisen und stechenden Insekten, hatten heute leider frei … naja, es ist ja auch schon Nach-Saison. Immerhin waren die Pflanzen noch da, so bekamen wir einiges über Panama-Hüte, wandernde Bäume und Lianen beigebracht. Tiere bekamen wir danach auch noch einige zu Gesicht, allerdings vorwiegend hinter Gittern in einer, zum Projekt gehörenden, Station für schlecht behandelte Tiere. Die wird, wie kann es anders sein, natürlich von Volontären geschmissen. Eigentlich handelt es sich dabei um eine Art Zoo für uns Touristen, doch diese Ausdrücke werden hier vermieden, daher die etwas verschwurbelte Bezeichnung.

Die hier tätigen Volontäre hier erkennt man übrigens in erster Linie am bleichen, von wundgekrazten Stichen übersäten Teint. Von den Touristen unterscheiden sie sich dabei vor allem durch ihre miese Laune.

Heute Mittag waren wir dann noch in einer Art Völkerschau mit Anfassen und durften einer Indigenen Familie in die Töpfe gucken. In diesen Töpfen wurde Chicha, eine Art Bier aus Mais und Süßkartoffel, gebraut. Das Ergebnis (sie hatten da schonmal was vorbereitet) schmeckt wie breig-brockige Hefe und hat unseren Gringo-Geschmack nur sehr bedingt getroffen. Zum krönenden Abschluss durften wir uns sogar noch im traditionellen Blasrohr-Blasen versuchen (leider ist es mir nicht gelungen, den Gockel der Familie zu erlegen).

Nach unserer Rückkehr in’s Camp, pardon, in die Lodge, wurden wir Zeuge, wie unsere Eidgenossin gerade zusammengefaltet wurde, weil sie die Prinzipien der doppelten Buchführung wohl nicht richtig beachtet hat. Ich würde eine mittlere Dose Bier darauf verwetten, dass sie sich ihre Zeit hier auch anders vorgestellt hat.

Offline

so, die Bilder hier aus Baños sind gleich hochgeladen, die Videos habe ich aufgegeben (Thema klappriges Internet). Jetzt gehen wir gleich Baden (es wäre ja eine Schande, hier abzureisen, ohne in einem Thermalbad gewesen zu sein). Morgen geht’s dann erstmal in den Dschungel, da gibt es kein Netz (ich rede von Strom, nicht von Internet). Danach steht eine ziemlich lange Bus-Fahrt an, so dass ich nicht sagen kann, wann der nächste Eintrag folgt. Es wäre übrigens ganz nett, mal irgendein Feedback von Euch zu erhalten, sei es über die Kommentar-Funktion oder über eine Mail.

Motorrad des Grauens

Nach dem Ausschlafen war unser erstes Ziel, eine Karte über unseren Reise-Verlauf zu basteln und in’s Blog einzubinden. Das hat zwar relativ lang gedauert und auch etwas Zwietracht zwischen uns gesät (ich muss hier offiziell zugeben: Birgit hatte Recht!), war aber schlussendlich erfolgreich (siehe Start-Seite/ Links).

Danach waren Skype-Telefonate mit der Familie und der Bank (wegen meiner gesperrten Kreditkarte) angesagt. Skype ist schon eine tolle Erfindung! Zuhause ist glücklicherweise wohl alles in Ordnung, und auch meine Visa-Karte ist wieder entsperrt: sie wurde Opfer eines Zufalls-Algorithmus‘, der Karten, wenn sie an „suspekten“ Orten (also z.B. in Ecuador) eingesetzt werden, automatisch sperrt und eine Authentifizierung des Inhabers erforderlich macht. Ich weiß nicht, was ich von dieser Maßnahme halten soll: zum einen dient sie ja zweifelsfrei meiner eigenen Sicherheit, zum anderen wären wir ohne Birgits Karte ganz schön aufgeschmissen gewesen.

Nach dem das geklärt war, ging es mal wieder in die Markthallen zum Futterfassen. Da ich ja jetzt auch wieder über Geld verfügen konnte und außerdem heute Sonntag ist, habe ich mir statt eines $2,50 ein $3,50 Menü gegönnt: das ähnelte dem von gestern, enthielt aber zusätzlich noch Fett und Bindegewebe (hier Mote genannt) und gekochtes Pop-Corn.

Heute Mittag habe ich dann meine Ankündigung von gestern war gemacht und mir ein Moped geliehen, konkret eine 200er Honda (fragt mich nicht nach dem Modell), auf der groß der Aufdruck „400“ prangte. Kurze Beschreibung des Vehikels: Tacho und Drehzahlmesser vorhanden, aber kaputt, Leerlauf wahrscheinlich auch, aber unauffindbar, Federung windelweich (wir werden noch rausfinden, warum), Trommelbremse hinten mit 0 Effekt, eine Scheibe vorne, auch eher symbolisch. Dazu zwei Brain-Caps (oder Bob-der-Baumeister-Helme?) auf den Detz, Führerschein als Sicherheit hinterlegt (hätte aber auch der Bibliotheksausweis sein können, hat sich eh niemand angeguckt), $20 auf den Tisch des Hauses und los ging’s.

Anfangs noch über „normale“ Straßen und halbwegs eben, da war die Welt, zumindest wenn man einigermaßen vorausschauend fuhr, noch in Ordnung. Dann ging’s in’s Gebirge, da war das Motörchen doch ziemlich überfordert: im zweiten Gang ging ihm bei voll aufgerissenem Hahn die Puste so aus, dass es fast verstarb (über die Drehzahl kann ich leider nichts sagen, s.o.), im Ersten schlug bei gefühlten 15 km/h die Drehzahlbegrenzung erbarmungslos zu. Also jede Kurve und Kehre im Lenk-Anschlag genommen, an sowas wie Schräglage war mit der doddelweichen Abstimmung eh nicht zu denken.

Der Grund für die „komfortable“ Federung zeigte sich uns, als die asphaltierte Straße aufhörte und einer Art geschottertem Kopfsteinpflaster wich: mit einer härteren Abstimmung hätte es uns wahrscheinlich die Brains durch die Cap geschlagen.

Nach einem kurzen Besuch eines Baumhauses mit „Heidi-Schaukel“ und Blick auf den Vulkan stand der Abstieg an: Strecke und Federung wurden zwar nicht besser, aber jetzt zeigte die Bremse ihr wahres Gesicht: die Fußbremse kontinuierlich bis zum imaginären Bodenblech durchgetreten (wie gesagt: 0 Effekt) und den Bremshebel bis zum Griff durchgezogen ging’s im ersten Gang (die Motor-Bremse war das einzige, was effektiv verzögerte) mit heulendem Motor abwärts. Dabei hatten wir noch gefährlich nahe Begegnungen mit 2 Hunden und einem Fußball. Als wir unten angekommen waren, hätten wir von unseren 2 bezahlten Stunden noch 1/2 gehabt, aber Birgit meinte, sie kenne das aus verschiedenen Computerspielen: nach dem Level mit den Hunden kommt das mit den Bällen, und danach kommen Autos. Also haben wir die Fuhre vor der Zeit mit den Worten „Frenos mucho malo“ zurückgegeben und als eine Art Entschädigung noch ein Stück Schokolade erhalten. Die hilft ja bekanntermaßen die Nerven zu beruhigen, und mittlerweile hat das Zittern auch schon ziemlich nachgelassen.

Com‘ on Barby, let’s go Party!

Gestern war „Columbus Day“, heute ist wohl Unabhängigkeitstag … auf jeden Fall böllert es hier in Baños den ganzen Tag und die ganze Nacht. Die ganze Stadt ist in Aufruhr, neben der Böllerei spielt an jeder Ecke irgendeine Brass-Band und die Kinder werden „gekerzelt“, also mit Kerzen abgerieben und danach irgendeiner Jungfrau geopfert (die Kerzen natürlich, nicht die Kinder). Wir werden den Hintergrund des Kerzelns bei Gelegenheit recherchieren.

Heute Morgen war erstmal Kassensturz angesagt: erschreckt haben wir dabei festgestellt, dass wir uns die Jungle-Lodge momentan nicht leisten können. Zur Erklärung: hier gilt „nur Bares ist Wahres“, die Akzeptanz von Kreditkarten strebt gegen 0. Und der gang zum Geldautomaten ist ein echtes Abenteuer. Wenn man Glück hat, wird die Karte schon beim 12ten Einführen korrekt gelesen, manchmal braucht es auch 30 oder mehr Versuche. Das hat uns Anfangs etwas irritiert aber die Einheimischen machen das genauso. Zu alledem wurde meine Karte wohl gesperrt (falsche PIN?) und das Abhebungslimit liegt bei den meisten Banken bei 100$/ Tag. Auf diese Weise würden wir nur mit Birgits Karte die nötigen „Ol‘ Greenbacks“ in den verbleibenden Tagen nicht zusammenbekommen.

Aber: heute scheint unser Glückstag zu sein. Nach kaum 1/2 Stunde Schlange-Stehen kamen wir zu einem Geld-Automaten, der nicht nur in Betrieb war, sondern auch 400$ ausspuckte, wenn auch nur in Tranchen à 100$. Wahrscheinlich hätten wir sogar noch mehr bekommen, wenn nicht der wartende Mob hinter uns bereits Lynch-Aufrufe ausgestoßen hätte (die versteht man in jeder Sprache). Wie dem auch sei: die Bezahlung im Dschungel ist gesichert und die Lodge gebucht.

Darauf haben wir uns erstmal ein etwas undefiniertes, aber opulentes Mittagsmahl in der Markthalle geleistet: Spiegel-Ei, gebratene Hartwurst, gebratener Maisbrei, Avocado, Salat, dazu ordentlich Amöben-Fein, und das ganze für 2,50$ … durchaus nicht unlecker!

Danach sind uns 2 Mitreisende Schweden von der Galapagos-Tour begegnet. Wir haben kurz die Erfahrungen und Pläne ausgetauscht und sind uns ziemlich sicher, dass wir uns nicht das letzte Mal begegnet sind … erwähnte ich schon die „Generation Lonely Planet“?

Heute Mittag haben wir uns dann eine Tour mit dem „Chiva“, einem zum lustigen Touristen-Transport-Vehikel umgebauten Laster gegönnt. Auf dem Plan stand der Besuch verschiedener Wasserfälle und launiger Attraktionen wie z.B. Seilbahnen (mit und ohne Korb) oder Bungy-Springen. Ich glaube, ich habe es noch garnicht erwähnt: Südamerika ist unglaublich laut. In unserem Touristen-Gefährt sitzend wurden wir mit einem Schalldruck bestrahlt, mit dem man sich die Haare trocknen könnte. Und wer denkt, Rihanna sei das Übelste, was dieser Kontinent an Musik hervorgebracht hat, dem sei gesagt: dem ist nicht so!

Unsere einheimischen Mit-Touristen hat das aber scheinbar nicht angefochten, sie schunkelten schlimmer als unsereins im Blauen Bock und zeitweise hatte ich Bedenken, das unser Gefährt umkippen könnte. Dass die angefahrenen Attraktionen eher öd waren schien bei soviel Latin-Party-Power keinen (außer vielleicht die einzigen beiden Gringos an Bord) zu stören.